Von Sant Kirpal Singh, Sawan Ashram, Delhi

 

Sant-Kirpal-Singh--August-1974Sant Kirpal Singh: Ja, bitte! Wer möchte etwas fragen?

Frage: Darf ich Euch heute Abend nach dem Darshan für drei Minuten pri­vat sprechen, Eure Heiligkeit?

Sant Kirpal Singh: Bis zum letzten Atemzug. Du bist willkommen. Ich fürchte, du wirst bald abreisen?

Frage: Morgen Nacht, um Mitternacht.

Sant Kirpal Singh (zu einem anderen Schüler): Fährst du auch mit dieser Gruppe?

Schüler: Ja.

Sant Kirpal Singh: Die Zeit und die Flut warten auf niemanden – die Zeit verfliegt nur so. Hier sind fünfzehn Minuten durch Sei­ne Gnade eine lange Zeit. Welche von den beiden Zeiten ist besser?

Frage: Bitte?

Sant Kirpal Singh: Welche von den beiden Zei­ten ist besser: die Zeit des Wartens oder die Zeit der Abreise?

Schüler: Die Zeit des Wartens.

Sant Kirpal Singh: Ja. Es mag die Möglichkeit geben – so Gott will, natürlich.

Frage: Was für eine Möglichkeit?

Sant Kirpal Singh: Zusammen zu kommen.

Frage: Wieder zusammen zu kommen?

Sant Kirpal Singh: Ja, es könnte sein. So Gott will.

Schüler: Ich werde voller Freude war­ten.

Sant Kirpal Singh: Eigentlich bin ich am Abend meines Lebens – nicht dieses Tages. Sei­ne Gnade steht über allem.

Schüler: Das könnte auf uns beide zu­treffen.

Sant Kirpal Singh: Mag sein. (Meister lacht.) Gut, irgendwelche Fragen?

Schüler: Ich habe keine Fragen.

Sant Kirpal Singh: Ich glaube, du kennst die Ge­schichte von Birbal, dem Minister?

Schüler: Ja.

Sant Kirpal Singh: Kennst du auch den Grund, warum ich darauf anspiele?

Frage: Nicht schlecht über andere zu denken?

Sant Kirpal Singh: Es geschah, dass sich die an­deren Minister über Birbal beschwerten. Birbal war einer der Minister von Akbar dem Großen. Er war sehr fröhlich, sehr pflichtbewusst. Eines Tages beschwerten sich alle anderen Minister: "Birbal ist von sehr gewöhnlicher Art. Er scheint aus ei­ner Familie mit sehr geringer Denkwei­se zu kommen. Doch Ihr ehrt ihn hier am Hofe sehr. Wenn Ihr Euch ein Bild da­von machen möchte, besucht doch sei­nen Vater und überzeugt Euch selbst." Er war einverstanden. Da ging Birbal abends zu seinem Vater und sagte ihm: "Der Kö­nig wird kommen, um dich zu sehen. Er will dich bloßstellen, doch wir werden uns vor ihm verneigen und ihm Achtung erweisen. Du kannst ein paar Fragen stel­len über dieses und jenes, aber danach bleib still. Was auch immer der König dich fragt, gib keine Antwort!" Als der König kam, machte Birbals Vater es so, wie es ihm gesagt worden war. Später fragte der König Birbal: "Sieh mal, Birbal, was soll man tun, wenn man einem Dummkopf begegnet?" Birbal antwor­tete: "Dann sollte man schweigen." Seht ihr, er hatte keine Bildung; er war ein ganz einfacher Mann. Was sollte er tun? Der eine entscheidende Punkt war – Schwei­gen.

Also, wie seht ihr das? (Alle lachen.) Ist es nicht so? Ja, weiter – sprecht!

Frage: Entschuldigt, eure Heiligkeit, ist es manchmal nicht besser, sich in Mei­sters Augen zu verlieren und in Sein Ge­sicht, und die Verwandlung Seines Ge­sichtes zu beobachten, als auf das zu hören, was Er sagt? Wenn der Meister zur Zeit des Darshans spricht, verliert man sich manchmal in Eure Augen, so sehr, dass man alles andere vergisst und nicht einmal hört, was Eure Heiligkeit sagt. Und es ist, als wäre niemand sonst an­wesend.

Sant Kirpal Singh: Was durch Schweigen ver­mittelt wird, kann mit Worten nicht aus­gedrückt werden.

Schüler: Danke.

Sant Kirpal Singh: Die Stille ist immer golden. Die Augen sind die Fenster der Seele. Au­gen sind die Fenster der Seele. Trinkt tief aus ihnen! Darauf kommt es an.

Einmal sprach Christus offen davon, dass Er das Wort ist, welches Fleisch wurde. Später einmal sagte Er: "Esst mich und trinkt mich!" Sie wunderten sich, wie sie Ihn essen und trinken sollten und ver­gaßen, dass er gesagt hatte, dass Er das fleischgewordene Wort sei. Die Augen sind also die Fenster der Seele. Wenn ihr euch darin verliert, ist das gut so.

Guru Nanak forderte Seine Schüler einmal auf, eine Leiche zu essen, die dort unter einem Tuch lag: "Esst die Leiche!" (Meister verzieht Sein Gesicht und imi­tiert Guru Nanaks Schüler mit einem Un­terton in der Stimme: "Eine Leiche es­sen!?"). Als dann der (spätere) zweite Gu­ru, der bereit war zu gehorchen, das Tuch wegzog, lagen nur Süßigkeiten darunter. Das ist metaphorisch, versteht ihr?

Die Augen sind also auf der höchsten Ebene; sie erfüllen die höchste Aufgabe. Sie können ohne Worte die Botschaft übermitteln. (Wenn man mit Worten spricht,) vermischen sich Verstand und Herz. Man kann besser durch die Augen verstehen als durch das, was jemand sagt. Diese Wissenschaft ist also sehr genau. Sich zurückzuziehen in die Ausstrahlung der Augen ist ein Schrittstein zu höhe­ren Bereichen. Noch besser ist es wei­terzugehen. Vergesst die Augen, wenn ihr es einmal wisst.

In alten Zeiten gab es andere Arten, Botschaften zu übermitteln. Für die Schüler gab es vier Klassen: Grund­schule, Mittelschule – bis nach oben. Dies ist etwas, das zur Universität gehört. Sich in Meisters Gesicht zu vertiefen, ist ei­ne neue Art. Aus den Augen zu 'essen' und zu 'trinken' ist etwas auf Univer­sitäts-Niveau.

Ich erinnere mich, wie unser Meister einmal dasaß und gleich, als ich herein­kam, sagte: "Setz dich zu mir, erzähl' mir etwas!" Ich sprach immer mit Ihm über das, was mich gerade beschäftigte, und alle anderen hörten zu. Einmal sagte ich: "Zur Zeit von Soamiji gab es die Sikh-Bräuche. Der Meister saß immer vorn, und man konnte ihn anschauen – Auge in Auge – und alles vergessen." Als da­nach die Schüler zum Meister (Baba Sa-wan Singh) kamen, baten sie darum und schauten ihn an (Meister zeigt es, die Hände neben den Augen). Manchmal neigten sie sich zu den Füßen des Mei­sters, doch Er sagte dann: "Ich bin hier oben. Ich bin hier. Schaut hoch!" Da be­gannen die Leute, vor allem die alten Leu­te, zu weinen: "Warum erlaubst Du es uns nicht?" (Seine Füße zu berühren.)

Ich denke, das ist eine fortgeschritte­ne Stufe: die Augen. Es ist etwas für die, die das Körperbewusstsein überschreiten. Doch wir hängen im Körper fest. Die Lie­be oder Bindung, die im Körper beginnt und im Körper endet, ist Lust; das geht allein vom Körper aus. Erhebt euch über den Körper durch die Augen! Der Geist ist nicht im Körper, sondern in den Au­gen. Die Leute kamen also und weinten: "Warum gebt Ihr uns nichts auf diese Art?" Macht es wahr. Aber die, die kei­ne Hingabe haben, wenden sich ab. Un­ser Meister sagte oft: "Das Kalb kam hungrig zur Kuh, und die Mutter ließ die Milch fließen." Es kann mehr zu trinken erhalten. Andere waren Zecken am Eu­ter, die Blut saugten. Solange ihr in Fleisch und Blut seid, sind die Augen ein Schrittstein bei unserem Training. Die Gelehrten raten, sich die Gestalt des Mei­sters vorzustellen. Ich habe das nie ge­sagt.

Frage: Könntet Ihr das noch einmal genauer erklären?

Sant Kirpal Singh: Ja. Fast alle 'Meister' sagen bei der Initiation, dass man sich einfach die Gestalt des Meisters vorstellen soll. Ich habe das nie gesagt, seht ihr. Und um die 20 Prozent, 40 Prozent, 50 Prozent, 60 Prozent sehen sie. Warum geben sie diese Anweisung? Nummer eins: Das vermittelt euch eine Zeitlang Ruhe. Doch wenn ihr an jemanden denkt, dann könnt ihr euch nur jemanden vorstellen, der auf eurer Ebene ist oder darunter. Aber ihr könnt euch nicht jene vorstellen, die dar­über sind. Das ist alles. (Wer jemanden visualisiert), erreicht ein wenig Stille, das ist richtig. Aber das ist nicht alles. Gott ist der, der von oben kommt. Wenn ihr ein Zimmer betretet, in dem jemand sitzt, werdet ihr ihn dort finden, ob ihr vor dem Eintreten ihn euch vorgestellt habt oder nicht. Bei der Initiation nimmt Er in euch Platz. Sich jemanden vorzustellen ist sehr gefährlich. Wenn ihr euch jemanden vor­stellt, werdet ihr zu dem, was er ist. Nie­mand führt uns, niemand begegnet uns. Das ist der Grund, weshalb ich sage, dass man sich nicht etwas vorstellen soll. Ich sage nie: "Visualisiert mich!" Andere sa­gen das, denke ich. Sie visualisieren die Form (des Meisters), indem sie sich Bil­der von ihm anschauen.

Es gibt soviel zu lernen! Augen­scheinliche Tatsachen. Die Leute wandern umher und weinen: "Warum, warum, warum finden wir keinen Frieden?" Warum? Stellt euch nichts vor! Das ist der Grund, weshalb wir viele steckenbleiben sehen. Solche Dinge stehen nicht in Büchern. Nicht auf diese Art. Es ist ein ganz besonderes Geschenk – durch die Augen spricht Er zu euch, die ihr im In­nern sitzt. Augen sprechen zu Augen. Ist es nicht so? Nur dann werdet ihr es ver­stehen. Man kann mit dem Meister in ständiger Verbindung sein durch die phy­sische Anwesenheit oder indem man Empfänglichkeit entwickelt. Wenn nichts mehr zwischen Ihm und euch steht, seid ihr empfänglich. Dann, und nur dann, könnt ihr mit dem Meister in ständiger Verbindung sein. Doch wenn ihr euch den Meister nur als physischen Menschen vorstellt und nur an den physischen Kör­per und an äußere Dinge gebunden seid, ist das falsch.

Frage: Manche Leute fahren zum Bei­spiel mit dem Auto. Sie stellen sich vor, dass Ihr auch mit im Auto seid und spre­chen laut mit Euch. Bringt das irgend et­was? Wenn man sich das vorstellt...

Sant Kirpal Singh: Es kommt von selbst. Das kommt von selbst.

Frage: Doch sie stellen es sich vor!

Sant Kirpal Singh: Was von selbst kommt, ist echt.

Frage: Das verstehe ich nicht.

Sant Kirpal Singh: Manchmal sehen es die Leu­te tatsächlich, manchmal sind es nur Ge­fühle.

Frage: Es sind Gefühle, dennoch –

Sant Kirpal Singh: Wenn man es fühlt, dann ist es natürlich besser, höher zu kommen. Gefühle sind eben nur auf der physischen Ebene. Kabir sagt: "Wenn ihr Ihn nur als Menschen betrachtet, werdet ihr wieder und wieder in die Hölle gehen." Versteht ihr?

Die, die nicht mit den Lehren vertraut sind, werden so etwas nicht sagen, denn sie binden euch (an sich), und dafür wird euer Verstand zum Opfer fallen. Sie wer­den euch nicht helfen. Doch ihr handelt mit Diamanten! Richtet eure Aufmerk­samkeit darauf, und ihr werdet mehr fin­den. Indem ihr jeden Tag Zeit (für Me­ditation) einsetzt, werdet ihr mehr be­kommen, werdet ihr immer höher gehen und schließlich (zurück-) gehen. So wer­det ihr dann wirklich ein Initiierter, wenn ihr den Meister im Innern trefft und mit Ihm sprecht, wann immer ihr wollt.

Frage: Könntet Ihr bitte die letzte Aus­sage noch einmal wiederholen?

Sant Kirpal Singh: Wenn ihr mit Ihm von Herz zu Herz sprechen könnt, wann immer ihr möchtet. Schließt die Augen, und es kommt. Es ist wie beim Fernsehen, das ist alles. Es verlangt Übung.

Frage: Aber doch nicht Vorstellung?

Sant Kirpal Singh: Nein, nein, nein. Vorstellung ist etwas Selbstgemachtes. Deshalb sa­ge ich: Visualisiert nichts, geht nicht mit einer Vorstellung in Meditation. Manche Menschen beginnen zu initiieren.

Frage: Bitte?

Sant Kirpal Singh: Einige Leute beginnen zu ini­tiieren. Und die anderen Leute sagen, er sei ein Guru.

Schüler: Davon habe ich gehört.

Sant Kirpal Singh: Durch Hörensagen?

Frage: Einige sagten, dass sie den Mei­ster lebend vor sich gesehen haben.

Sant Kirpal Singh: Ja, das kann sein.

Frage: Das kann auch sein?

Sant Kirpal Singh: Warum sollte Er es nicht tun können? Durch ein Mikroskop können wir sehen, dass sogar die ganze Atmos­phäre voller Mikroben ist. Überall gibt es Mikroben (obwohl sie normalerwei­se nicht zu sehen sind).

Frage: Ich hörte eine Geschichte, dass Eure Heiligkeit 1955 in Amerika war und dort Satsang hielt, und gleichzeitig hiel­tet Ihr hier in Indien Satsang – Tausen­de von Menschen haben Euch gesehen.

Sant Kirpal Singh: Ja.

Frage: Nun, sie möchten wissen, ob sie Euch (wirklich) außen gesehen haben und ob Ihr in der Lage seid, an mehre­ren Orten anwesend zu sein.

Sant Kirpal Singh: Das Wort ist der Meister.

Schüler: Ja.

Sant Kirpal Singh: Das Wort wurde Fleisch. Das ist es, was ich euch sage, das ist alles. Sie haben mich in der astralen Form gesehen.

Frage: Dann gibt es die Geschichte von meinem Bruder, der kein praktizie­render Satsangi ist. Er war in einer Ca­feteria gewesen und fuhr mit dem Auto, als ein Wagen auf ihn zu raste, der von einem Betrunkenen gelenkt wurde. Mein Bruder fragte mich: "Ist es möglich, dass ich den Meister vor mir stehen sehe ? " Ich sagte: "Ja, warum nicht?" Er meinte: "Weißt du, so wie auf diesem Bild." Ich antwortete: "Warum denn nicht?" –"Nun, das ist genau das, was geschah", sagte er, "Meister stand plötzlich vor mir. Und beide Autos blieben stehen."

Sant Kirpal Singh: Das hat ihn gerettet.

Schüler: Das ist doch ein Beweis. Das ist es doch!

Sant Kirpal Singh: Solche Gnade ist möglich. Manchmal überschlägt sich das Auto, doch niemand wird verletzt; wie bei die­ser Geschichte. Diese Kraft wirkt immer über euch. Wir haben nicht das Vertrau­en zum Meister, so wie ein Kind zu sei­ner Mutter Vertrauen hat.

Schüler: Auch heute, als wir zum Ein­kaufen fuhren, geschah plötzlich ein fürchterlicher Unfall. Ein Auto fuhr in ein anderes, und das überschlug sich. Au­genblicklich sagte ich die geladenen Wor­te mit voller Kraft. Unser Fahrer ging dann hin, um zu sehen, was geschehen war. Er kam zurück und sagte: "Nicht viel passiert! Er hat nur einen leichten Schlag hier erhalten ", (er zeigte auf seine Schul­ter). Er war aus dem Auto geschleudert worden. Und ich weiß, dass die Macht Eu­rer geladenen Worte viel verhindert hat.

Sant Kirpal Singh: Andere mögen das glauben oder nicht, aber es ist eine Tatsache.

Schüler: Es ist eine Tatsache. Ja, dan­ke, Meister!

Sant Kirpal Singh: Durch Spiritualität beginnt ihr also, alles auf ganz natürliche Art zu ver­stehen, in Gesprächen von Herz zu Herz. Unser Meister sprach immer ganz ein­fach, mit gebührender Achtung für alle.

Ich saß im Satsang immer ganz hinten. Normalerweise saßen die Reichen vor­ne, ganz vorne. Eines Tages kam ein Rechtsanwalt, der gekommen war, um mit mir zu sprechen, und setzte sich ne­ben mich. Ich sagte zu ihm: "Euer Platz ist doch vorne." – "Schaut", sagte er, "ich kann Meister von hier besser sehen. Mei­sters Augen schauen mich die ganze Zeit an." Je empfänglicher wir sind, umso mehr erhalten wir. Jeder bekommt das.

Schüler: Viele haben gesehen, wie Meister sich in Guru Nanak verwandel­te und andere, wie Er sich in unseren Großvater Hazur verwandelte.

Sant Kirpal Singh: Diese eine Kraft erscheint in verschiedenen menschlichen Polen. Als Guru Nanak damals den Körper verließ, lagen anstelle seines Körpers nur Blüten da. Als sie weinten, sagte er: "Seht, wenn euer Freund heute fortgeht und morgen in einem anderen Gewand kommt, was macht das für einen Unterschied?" Die Kleider mögen sich ändern, aber diese Kraft ändert sich nicht. Das sind ganz subtile Punkte. Die Menschen haben so etwas in der Praxis erfahren. Wie ich euch sagte, Spiritualität beginnt erst einmal mit dem ABC.

Frage: Meister, gibt es irgend etwas, das wir bewusst tun können, um die Wir­kung der Ausstrahlung, die wir in der physischen Gegenwart des Meisters er­halten, zu verlängern?

Sant Kirpal Singh: Durch Empfänglichkeit könnt ihr das immerzu haben. Nicht länger, son­dern ständig.

Frage: Wir sollten es nicht verlieren.

Sant Kirpal Singh: Ja. 'Mikroskopiert' es. Lasst euch nicht fehl führen durch das, was sich im Äußeren abspielt. Unser Meister er­klärte das mit einem sehr guten Beispiel – einem sehr schönen Gemälde mit Na­turszenen, Vögeln, usw. Doch wenn man von der anderen Seite schaute, war nichts da es sah so aus, als wäre nichts da. Auf der Rückseite ist nichts. Doch wenn man ein Mikroskop hat, ist es ganz anders.

Ein solcher Mensch kann euch retten, aber andere nicht. Nur wenn sie sich zu dem erheben (was den Meister aus­macht), können sie euch zufriedenstellen.

(Zu dem Schüler, der am nächsten Tag fährt:) Wenn du vielleicht noch irgend­welche Punkte ansprechen möchtest, kannst du das jetzt tun.

Frage: Gut, danke.

Sant Kirpal Singh: Wenn das Kind in die Schu­le geht, ist das ein Übungsfeld. Es wer­den ihm die Buchstaben beigebracht, dann lernt es schreiben. Ähnlich ist es, wenn man nach oben geht. Das ist der Grund, warum weitere Führung not­wendig ist. Ihr seid sehr begünstigt. An­dere nicht. In den Herz-zu-Herz-Gesprächen werdet ihr feststellen, dass Er öf­fentlich Dinge sagt, die nicht in den Büchern stehen. Doch das ist nicht alles. Es gibt noch viel mehr ...

Frage: Meister, wenn man die Ge­genwart Eurer Heiligkeit immerzu spürt, keine Trennungsschmerzen, sondern Eu­re machtvolle Gegenwart zu allen Zeiten

Sant Kirpal Singh: Das ist eine Beziehung zwi­schen dir und Ihm. Das ist nicht für alle.

Schüler: Gut.

Sant Kirpal Singh: Ich werde dir sagen, warum. Es ist ein Geschenk. Ihr hättet es auch nicht gern, wenn jeder von eurer weltli­chen Liebe wüsste. Warum lasst ihr andere wissen, dass Gott der Meister ist? Ent­schuldigt, wenn ich das sage. Als ich an­fangs zu meinem Meister ging, fragten mich die Leute, wie groß mein Meister sei. Ich antwortete: "Soviel weiß ich, dass Er viel, viel mehr ist, als ich brauche. Des­sen kann ich mir sicher sein. So wie Er von Gott spricht, muss Er ein Meister sein. Etwas in Ihm kennt Gott." Und die Men­schen urteilen selbst durch Seine Gnade. Ich hoffe, ihr erinnert euch an Seinen Rat. Deswegen heißt es: Lasst die anderen es selbst herausfinden!

Schüler: Ja, Meister.

Sant Kirpal Singh: Zu lügen, um damit Meisters Größe zu beweisen, ist falsch. Wenn die Menschen es sehen, dann ist es gut. Sagt soviel, wie ihr wisst.

Schüler: Lügen sind Lügen.

Sant Kirpal Singh: Ja, sie betrügen andere um ih­re Lebensquelle. Das habe ich nicht in den Büchern geschrieben. Jeder kann das er­halten. Es ist nicht für eine privilegierte Sekte. Die Tür steht allen offen.

Einmal war unser Meister am Bahn­hof, und ein Christ fragte Ihn unterwegs: "Schau, ist Christus größer oder dein Gu­ru? Wer ist größer?" – "Christus habe ich nicht im physischen Körper gesehen, aber meinen Guru. Wenn Sie beide zusam­menbringen, werde ich es Ihnen sagen." Sie sind einer in zwei und zwei in einem. Wer sie kennt, kann so etwas sagen. Das sind Vergleiche. Lasst die anderen sagen, wer größer ist. Dies ist für die, die auf­merksam sind, möchte ich sagen. Sie er­halten es.

Anfangs gab es viele Schwierigkeiten bei den früheren Konferenzen (der Welt­gemeinschaft der Religionen) und bei dem Aufbau des Zentrums für die Ent­wicklung zum Menschen. Doch nun kommen alle zusammen in Liebe zu Gott. Dies ist Sein Werk. Das ist das einzige Heilmittel für alle heutigen Krankheiten.

Gott segne euch.