Vortrag von Sant Kirpal Singh, New Hampshire, USA, 17. Oktober 1972


Kabir sagt: "Ich habe noch keinen Men­schen in dieser Welt gesehen, der glück­lich ist." Die Meister erklären uns, warum wir nicht glücklich sind. Sie sagen: "Die Quelle des Glücks liegt in euch, aber ihr habt dieses Glück euer Leben lang im Äu­ßeren gesucht, im Essen und Trinken, im Betrachten von schönen Landschaften, im Genuss von Musik und vieler anderer Dinge. Hättet ihr euch von außen zurück­gezogen und euch über das Körperbe­wusstsein erhoben, so hättet ihr die Quelle des Lichts gefunden."

Die Meister lehren, dass der Mensch die höchste Stellung in der Schöpfung hat. Wir müssen zuerst den menschlichen Körper erhalten, um mit dieser Quelle al­ler Freude, allen Glücks und aller Weis­heit in uns in Verbindung zu kommen. Nun identifizieren wir uns aber alle durch die nach außen gehenden Sinne mit dem Körper. Unsere Aufmerksamkeit ist so sehr damit identifiziert, dass wir unser wahres Selbst vergessen haben. So sagen sie: "Erhebt euch im Innern und klopft innen an", und das ist das ein und alles. Wie lange wird dieser Körper bestehen? Einige Tage oder einige Jahre – wie auch immer, wir müssen ihn verlassen. So ist das die goldene Gelegenheit, um diese Quelle der Glückseligkeit, die in uns liegt, ausfindig zu machen. Wir können sie nur erreichen, wenn wir uns über das Körperbewusstsein erheben. Die Meister kom­men und lehren uns: Um euch über das Körperbewusstsein zu erheben, zieht als erstes eure Aufmerksamkeit von allem Äußeren zurück. Dann zieht die Auf­merksamkeit unten vom Körper zurück. Wohin geht sie? Nach oben, denn der Sitz der Seele liegt hinter den Augen. Wenn die Seele zum Zeitpunkt des Todes den Körper verlässt, zieht sie sich erst auf die Rückseite der Augen zurück, und dann geht sie (aus dem Körper). Dort fließt das Wasser des Lebens, hier kommt es herab.

Die Meister wenden sich an alle Men­schen mit den gleichen Worten: Zieht bitte eure Aufmerksamkeit vom Körper unten zurück, und geht nach oben. Das ist der Weg zurück zum Licht, das ist der Weg zurück zu Gott. Das haben alle Meister gelehrt.

Dieses äußere Leben wurde euch für kurze Zeit gegeben, macht den besten Gebrauch davon.

Wie auch immer, ihr müsst den Körper verlassen. Wenn ihr ihn einmal verlassen müsst, warum nicht langsam damit be­ginnen? Den Körper verlassen heißt, ihn zu verlassen wie im Augenblick des To­des: Bei einem Sterbenden ist die Auf­merksamkeit zurückgezogen, der Körper wird gefühllos, die Augen drehen sich nach oben, und die Seele verlässt den Körper.

Das wird Spiritualität genannt: "Oh Mensch, lerne diesen Körper zu verlas­sen." Eines Tages müsst ihr ihn auf jeden Fall verlassen – früher oder später; viel­leicht morgen, vielleicht wenn ihr aus diesem Zimmer gegangen seid, vielleicht legt ihr euch schlafen und steht nie mehr auf. Der Schlaf wird "die kleine Schwe­ster des Todes" genannt. Das ist das All­gemeine. Darüber hinaus sind wir entwe­der an den Körper oder den weltlichen Besitz verhaftet, an unsere Familie, un­sere Bekannten, unsere Freunde und un­sere weltlichen Vergnügungen.

Wenn ihr eine bestimmte Handlung täglich wiederholt, dann wird euch das zur Gewohnheit, und die Gewohnheit wird euch zur Natur, ihr könnt sie nicht mehr ablegen. Man muss also etwas tun.

Ihr mögt sagen: "Wir sind hierher ge­kommen, um uns zu freuen, und jeden Tag wird über den Tod gesprochen." Aber diese Frage zu lösen ist eure Aufga­be. Was wird geschehen, wenn ihr nichts darüber wisst? Einmal müsst ihr schließ­lich den Körper verlassen. Die Verhaf­tung wird immer stärker. Warum? Ihr solltet dieser Frage nachgehen. Gebt alle Wünsche auf. Lasst von den Wünschen ab, die sich auf die äußere Welt, auf Be­sitz und andere weltliche Dinge richten. Lord Buddha sagt: "Seid wunschlos." Der zehnte Guru (Guru Gobind Singh) sagt:  "Seid wunschlos." Es sind die Wünsche, die euch Tag für Tag mehr an die  äußere  Welt  binden.   Ihr  werdet kopfüber nach unten gehen. Die Ursa­che aller Verhaftungen im Äußeren sind eure Wünsche.

Unter Akbar dem Großen gab es einen Premierminister namens Wali Ram. Am Hof von Akbar war es Sitte, dass alle Mi­nister aufstanden, wenn der König kam, und sich solange nicht bewegten, bis der König Platz genommen hatte. Eines Ta­ges trug Wali Ram einen Mantel, in dem ein Skorpion saß, aber da der König kam, konnte er sich nicht bewegen, weil der Respekt es verlangte. Der Skorpion stach ihn an einer Stelle, dann an einer anderen und dann noch drei-, viermal. Er hielt still. Als sich der König setzte, sagte er: "Wisst ihr, dass mich der Skor­pion viele Male gestochen hat und dass ich mich aus Gehorsam gegenüber dem König nicht bewegt habe? Wenn ich bedenke, dass ich jetzt Premierminister bin, dass ich eine so hohe Stellung erhalten

habe, nur durch Gehorsam gegenüber dem König! Was kann ich erst erlangen, wenn ich dem Herrn gehorsam bin?" Er riss sich den Mantel herunter, warf ihn weg, lief davon und zog sich in die Wild­nis zurück. Da der König ihn sehr gern mochte, schickte er einen Minister, um ihn zurückzuholen. Mit allem Nach­druck sagte Wali Ram: "Nein, diesen Dienst habe ich beendet, jetzt diene ich Gott." Schließlich ging der König selbst zu ihm und sagte: "Schau, Wali Ram, du bist mein Premierminister, du bist der Weiseste von allen, ich respektiere und liebe dich, möchtest du nicht zurück­kommen?" "Nein, ich habe einen ande­ren Dienst angenommen, einen höheren Dienst als den deinigen." Der König sag­te: "Gut, ich gebe dir alles, was du möchtest." Und Wali Ram sagte: "Was ich möchte? Dann möchte ich, dass ihr diesen Ort verlasst." Versteht ihr?

Was es auch für Wünsche sind, die uns an die äußeren Dinge binden – ob wir Premierminister sind oder König oder was auch immer – der Mensch möchte seine Wünsche erfüllen, und um sie zu erfüllen, setzt er alles ein, ob richtig oder falsch. So sagen die Meister, dass wir uns vom Körper und den äußeren Dingen nicht lösen können, solange wir nicht wunschlos werden. Wir haben selbstver­ständlich Wünsche, aber bitte, lasst von den Wünschen ab. Es sind nur die Wün­sche nach äußeren Dingen, die euch bin­den. Wenn ihr den Wunsch habt, Gott zu erkennen, werdet ihr Sein, ihr werdet unbetroffen (von der Welt) werden.

Wisst ihr, was geschieht? Der Atem geht Tag und Nacht, weiter und weiter. Eure Tage sind gezählt! Die Meister sa­gen: "Eure Atemzüge sind gezählt." Ei­nes Tages sind sie verbraucht. Der Atem geht ein und aus, und wir sind mit unse­ren Gedanken bei äußeren Dingen, wir kümmern uns nicht darum und sind uns dessen nicht bewusst. Mit jedem Augen­blick verkürzt sich unser Leben. Die Zeit und die Flut warten auf niemanden.

Es ist wie bei einem Krug voll Wasser, aus dem ein Tropfen nach dem anderen heraus rinnt. Was wird geschehen? Eines Tages ist der Krug leer, alles Wasser ist heraus geflossen. Genauso ist es mit der Anzahl unserer Atemzüge – wie bei den Wassertropfen entrinnt einer nach dem anderen. Wir denken, wir werden älter, doch eigentlich werden wir jünger. Wenn ein Mensch fünfzig Jahre zu leben hat und zehn Jahre gelebt hat, bleiben ihm noch vierzig Jahre. Wenn zwanzig Jahre vergangen sind, hat er noch drei­ßig Jahre. Werdet ihr also älter oder jün­ger? Die Zahl der Jahre nimmt ab! Da­her sollte der Mensch vor allem ein Ziel im Leben haben. Das Wichtigste ist: Was ist euer Ziel? Für einen Menschen ist das höchste Ziel, Gott zu erkennen. Die Zeit wird immer weniger. So wie ihr hier sitzt, seid ihr, denke ich, zwischen zwanzig und sechzig Jahre alt. Wenn ihr schon fünfzig Jahre seid, bleibt euch nur noch eine kurze Zeit. Habt ihr euer Ziel erreicht?

Das einzige Ziel ist, Gott zu erkennen. Etwas vorzugeben bringt nichts. Ihr täuscht euch selber und Gott in euch. Habt ihr Gott gesehen? Habt ihr Ihn gesehen? Seid ihr Ihm gegenüber wahr­haftig? Wenn ja, dann ist es gut. Wenn nicht, ... dann sollten wir uns beeilen. In der kurzen Zeit, die uns noch bleibt, soll­ten wir mehr Zeit einsetzen, damit wir bereit sind, bevor wir den Körper verlas­sen. Wenn die Zeit abgelaufen ist, müs­sen wir den Körper verlassen. Was ist, wenn die Anzahl der Atemzüge ver­braucht ist?

Dies sind ganz allgemeine, einfache Dinge, klare Tatsachen, keine Übertrei­bungen. Ihr selber seid euer bester Rich­ter: Seid ihr wahr zu eurem Selbst? Seid ihr aufrichtig? Seid ihr mit Gott in Ver­bindung gekommen? Diese Verbindung wurde euch als eine Gnade gegeben – durch die Gnade Gottes, sage ich euch. Wir haben sie nicht verdient. Jeder hat etwas erhalten, entwickelt es weiter, dann wird es mehr.

Kennt ihr das Gleichnis von Christus? Ein reicher Mann gab einem Mann fünf Taler, einem anderen gab er zwei Taler und einem dritten einen Taler. Nach ei­niger Zeit kam er wieder und fragte den Mann, der fünf Taler erhalten hatte, was er damit getan hatte. Er hatte daraus zehn Taler gemacht. Er lobte ihn dafür. Der andere, dem er zwei Taler gab, machte vier daraus. Aber der Mann, der einen Taler erhalten hatte, sagte: "Oh, ich habe ihn sehr sicher aufbewahrt." Was tat der reiche Mann daraufhin? Er nahm ihm den einen Taler, den er hatte, weg.

Könnt ihr verstehen, was ich sagen möchte in diesem Herz-zu-Herz Ge­spräch? Lasst euren Intellekt beiseite, seht, dies sind harte Tatsachen, denen wir gegenüberstehen. Könnt ihr es auf diese Art verstehen, was ich euch so nachdrücklich vor Augen halte? Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde bringt euch dem Ende näher. Wir haben die Zeit, die wir erhalten ha­ben, vergeudet und haben das Ziel nicht erreicht. Das Ergebnis wird sein, dass wir im Äußeren gebunden bleiben und dass wir wiederkommen werden. Und die Ur­sache für diese Bindung sind nur eure Wünsche. Die Wünsche bringen uns zu­rück. Weltliche Wünsche bringen euch (in die Welt) zurück, und der Wunsch nach Gott wird euch zu Ihm führen. Was auch immer eure vorherrschende Leidenschaft am Ende eures Lebens ist, in diese Richtung werdet ihr gehen, das ist ein Gesetz.

Ich halte keine großartigen Anspra­chen, es sind nur einfache Worte; es ist das, was ich erkannt habe. Und ich den­ke, es wird bei jedem Zustimmung fin­den. Ich sage nichts, was unverständlich wäre. Denkt ihr nicht auch so? Was ha­ben wir also in dieser Hinsicht getan? Wir täuschen unser Selbst – leider. Warum begegnen wir Gott nicht? Weil wir Ihn täuschen!

Zwei Sucher nach der Wahrheit gingen zu einem Heiligen. Um zu sehen, wel­cher von ihnen bereit ist, unterzog er sie einfach einer Prüfung. Er gab jedem ei­ne Taube und sagte: "Tötet sie an einem Ort, wo euch niemand sieht." Der eine war sehr schnell und sehr schlau. Er ging um die Ecke, tötete sie und kam nach ei­nigen Minuten zurück. Der andere wanderte den ganzen Tag umher, der Ärm­ste, doch er konnte keinen Ort finden, wo ihn niemand sah. Am Abend kehrte er zurück. "Meister, es gab keinen Ort, wo ich die Taube hätte töten können." "Warum?" "Nun, erstens sah mich die Taube, und zweitens sah ich sie." Er war bereit.

Dies sind einfache Dinge, das einzige, was erforderlich ist, ist danach zu leben, das ist alles. Ob ihr einen Magister oder einen Doktortitel habt, ob ihr ein König oder ein Kaiser seid, spielt keine Rolle. Ihr werdet den Körper verlassen müssen, und ihr werdet dorthin gehen, wo ihr Verhaftungen habt. Die Meister kom­men von Zeit zu Zeit, um euch als erstes über den Körper zu erheben. Wenn ihr im Äußeren verhaftet seid, könnt ihr euch nicht erheben, das ist die erste Lek­tion, das ABC. Allein aus diesem Grund wurde das Tagebuch eingeführt. Ver­steht ihr das jetzt? Wie entwickelt ihr euch, wieviel Zeit setzt ihr ein, und wo habt ihr Verhaftungen? Gebt sie auf, ei­ne nach der anderen. Wir verbringen die Zeit in Unwissenheit. Gott ruft im In­nern ständig nach euch. Das Tonprinzip, die Musik der Sphären, die von oben er­klingt, ertönt in euch. Alle Meister sagen es. Tulsi Sahib sagt: "Der Ton erklingt vom Himmel und ruft mich zurück," Shamaz Tabrez sagt: "In diesem Tem­pel, dem Körper, höre ich einen Ton, der mich nach oben ruft. Die Glocke läutet ununterbrochen: 'Kommt zurück, meine Kinder, kommt zurück.'" Seht ihr? Aber wir hören nicht darauf. So sehen es die Meister, und es ist in jedem von euch. Das Licht wird euch gegeben, um euch den Weg zu zeigen, den man zu ge­hen hat, und der Ton gibt euch die Rich­tung an. Dies sind die zwei Wege zurück zu Gott.

So sagen also die Meister: "Wie hängt das alles zusammen, warum konnte das geschehen?" Der Grund sind unsere Wünsche. Wir sind uns unseres wahren Selbst nicht bewusst, wir haben es verges­sen. Woher kommt dieses Vergessen? Vom menschlichen Körper. Wir haben den Körper und identifizieren uns damit, das ist der Grund. Da wir auf der Ebene des Körpers handeln und Körper und Welt sich mit der gleichen Geschwindig­keit verändern, befinden wir uns in einer großen Täuschung. Die Wünsche halten uns ständig an die äußere Welt gebun­den. Was geschieht, wenn ihr den Kör­per verlasst? Was wird aus den Wün­schen nach der äußeren Welt? Verlangen nach Gott zu haben ist besser als nach der Welt zu verlangen.

Dies sind ganz einfache Lektionen, die die Meister geben, so einfach, dass sie so­gar ein Kind verstehen kann, nicht zu re­den von gebildeten Menschen. Aber die gebildeten Menschen vergessen diese Dinge meistens über intellektuellen Aus­einandersetzungen. Darum haben die Meister große Liebe für euch. Wer? Nicht der Meister, sondern Gott in Ihm, denn ihr seid Seine Kinder. Er sendet im­mer wieder Menschen, um uns zurück­zuholen.

Was haben wir daher zu tun? Die Fra­ge ist vor allem, wer uns in dieser Bezie­hung  helfen  kann. Nur ein Meister, nennt ihn, wie ihr wollt, der kompetent ist, der sich nach seinem eigenen Wunsch und Willen über das Körperbewusstsein erheben kann und Zugang zu den höhe­ren Ebenen hat. Er scheint wie wir in der Welt zu leben, aber er ist ungebunden. Sein Boot ist im Wasser, aber es ist kein Wasser im Boot. Was macht Er? Er sagt immer: "Seht, Gott ruft euch zurück. Er ist in euch, das alles erhaltet ihr (im In­neren), aber ihr seid unwissend und im Äußeren verhaftet. Ihr lebt in einer gro­ßen Täuschung und habt euch nie darum gekümmert."

Wenn ihr also einmal einem solchen Meister begegnet seid, so hat Gott ihn gesandt. Denn ihr seid Gottes Kinder, Er hat also Liebe für euch. Er hat Mitleid mit uns und sorgt sich um unser Wohler­gehen. Wenn wir einmal zu den Füßen eines Meisters gekommen sind, dann muss Er sich um uns kümmern. Was macht Er? Er wickelt all unsere früheren Handlungen ab. Er wickelt alles ab, ich verwende das Wort "abwickeln". Er wickelt es ab, um all unsere Schulden zu begleichen, und Er nimmt euch zurück, wenn ihr einfach Seinen Anweisungen folgt, das ist der entscheidende Punkt.

Normalerweise beachten wir Seine An­weisungen nicht, wir ändern sie einfach ab, damit sie unseren eigenen Interessen und Absichten entsprechen. Wir betrü­gen uns selbst. Wir betrügen Gott in uns, den Meister in uns. Darum wiederhole ich immer: "Seid wahr zu eurem eigenen Selbst. Ihr betrügt Gott in euch und euer eigenes Selbst." Letztlich müsst ihr die äußeren Dinge zurücklassen, alle Verhaftungen, alle Vergnügungen und allen Besitz. Beginnt jetzt nach und nach da­mit. Wie? Wenn ihr eine Verbindung mit der Naamkraft in euch erhaltet und da­mit in Verbindung bleibt und nach den Anweisungen des Meisters lebt, werden euch diese Dinge nach und nach loslas­sen. Auf jeden Fall finden wir hier keine Ruhe, die äußeren Dinge enthalten kein Glück und keine Freude. Wir empfinden nur Freude an den äußeren Dingen, so­lange unsere Aufmerksamkeit darauf ge­richtet ist. Wenn uns etwas genommen wird oder wir etwas aufgeben müssen, fühlen wir uns unglücklich. Wenn wir nach ewigem Frieden und ewiger Freude verlangen, dann müssen wir mit dieser Kraft in Verbindung kommen, die un­wandelbar und ewig ist. Gott stirbt nie­mals. Die äußeren Dinge verlassen euch. Die Meister kommen, um euch eine Ver­bindung mit der sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft zu geben. Dar­um sagt Er also: "Lasst nach und nach von der Welt ab."

Wofür gibt es das Tagebuch? Aus wel­chem Grund die einzelnen Punkte eurer Verhaftungen auch bestehen, löst euch davon, legt einen nach dem anderen ab und setzt Zeit für die Meditation ein. Meditation bedeutet, die Aufmerksam­keit von allem Äußeren zurückzuziehen und mit der Kraft in Verbindung zu kommen, die in euch ist.

Die Meister sagen, dass wir in diesem Leben ewigen Frieden und ewige Freude haben können, dass wir für immer glück­lich sein werden und niemals unglück­lich. Sie bitten euch, um euretwillen mit der sich zum Ausdruck bringenden Got­teskraft in Verbindung zu kommen, die ewig ist und alle Freude, alles Glück und alle Weisheit enthält. Dann werdet ihr das auch in eurem (äußeren) Leben ha­ben. All euer Kummer wird beseitigt, all eure äußeren Schwierigkeiten oder Ent­täuschungen werden enden. Die Meister möchten euch einfach ewigen Frieden und Freude geben, mehr wollen sie nicht. Bleibt dort, (in der Gemeinschaft), wo ihr seid. Ihr tragt zwar (verschiedene) äußere Abzeichen, aber das macht kei­nen Unterschied. Jede Religion, jeder Meister möchte, dass wir das verwirkli­chen. Wir versuchen nur nach den Re­geln und Vorschriften zu leben, die von uns aufgestellt wurden, aber wir sollten ihren Sinn nicht vergessen.

Ihr werdet feststellen, wie notwendig die Meditation ist und wie wichtig das Tagebuch ist! Dies gilt für jeden einzel­nen, auch für mich. Das Gesetz ver­schont niemanden, Unkenntnis des Ge­setzes ist keine Entschuldigung. Auch wenn ihr behauptet, diese Dinge nicht zu wissen, müsst ihr trotzdem gehen. Ein Augenblick nach dem anderen vergeht, ohne Rücksicht auf euch. Die Zeit und die Flut warten auf niemanden.

Denkt einmal in Ruhe darüber nach. Dies ist eine Gelegenheit, die euch Gott gegeben hat, damit ihr zu euch kommt und erkennt, was mit euch geschieht. In der Stadt habt ihr niemals von diesen Dingen geträumt, ist es nicht so? Die kurze Zeit, die ihr hier draußen seid, ist mehr wert als Smaragde, Gold und Edel­steine. Solange ihr hier seid, vergesst eure ganze Umgebung und betrachtet die Dinge aus der richtigen Perspektive, seht, was es mit ihnen auf sich hat, und was ihr tut. Geht ihr Hals über Kopf nach unten in die Welt, nur um immer wieder zu kommen? Oder versucht ihr zurückzugehen? Dann werdet ihr Hilfe bekommen.

Die Meister kommen, um euch zu hel­fen. Sie geben euch am ersten Tag eine Erfahrung, wie man sich über das Körperbewusstsein erhebt, und sie werden sich um eure Taten kümmern, um die Karmas der Vergangenheit. Sie wickeln sie ab. Das ist eine sehr schwere Aufga­be. Die Seele erschrickt, wenn sie an die­se Aufgabe denkt.

Es ist eine große Gnade, zu den Füßen eines Meisters zu sein. Wer gewährt sie? Gott. Und wem? Denen, die Sehnsucht nach Ihm haben. Je mehr der Mensch danach hungert, desto schneller erhält er etwas. Das Verlangen nach Gott wird euch Gott näher bringen. Wenn ihr ei­nen Schritt macht, macht Er hundert Schritte, um euch entgegen zukommen. Und wenn euch euer Verlangen in die Welt zieht, genau in die andere Rich­tung, dann werdet ihr nach unten gehen, das ist alles.

Seid euch bewusst, dass uns keine äuße­re Lehre helfen wird, solange wir nicht unser eigener Lehrer werden. Ihr wisst diese Dinge bereits, ich sage euch nichts Neues. Seht, das sind harte Tatsachen. Solange ihr nicht euch selber lehrt ... ihr habt dieses Gespräch gehört. Jetzt müsst ihr euch selbst beobachten, was ihr tut. Ihr müsst verstehen, (worum es geht).

Niemand kann euch helfen, solange ihr euch nicht selber helft. Darum denkt in Ruhe darüber nach, was ich euch gesagt habe. Wenn die vorherrschende Leiden­schaft für Gott bestehen bleibt, wird al­les andere nachlassen. Und ihr habt die Gewissheit, zurück zu Gott zu gehen, wenn ihr den Körper verlasst, und auch jetzt werdet ihr bei Ihm sein. Im Koran sagt Gott: "Wer an mich denkt, an den denke ich." Nehmt es euch zu Herzen, was ich gesagt habe, denkt in Ruhe dar­über nach. Niemand kann euch helfen, solange ihr euch nicht selber helft und euer eigener Lehrer werdet. Als Ergebnis werdet ihr immer Frieden und Freude empfinden.

Dies sind Herz-zu-Herz Gespräche, seht ihr, von Herz zu Herz – es sind kei­ne Vorträge und es ist auch nichts Neues. Es sind reine Tatsachen; wir waren nur ständig mit anderen Dingen beschäftigt. Wir waren immer zu sehr um die Welt besorgt, nicht aber um unser eigenes Selbst. Wie können wir wissen, was un­ser Schicksal ist und wie wir zu gehen ha­ben, wenn wir uns nicht um unser eige­nes Selbst kümmern? Wir achten immer nur auf die anderen: "Wie werden die Leute von mir denken?" – auch das heißt, sich um äußere Dinge zu küm­mern.

Von jetzt an bleibt in liebevoller Erin­nerung an Gott, vergesst Ihn nicht. Be­haltet sie für zwei, drei Tage bei.

Ramakrishna sagt: "Wenn jemand drei Tage ununterbrochen in liebevoller Erinnerung an Gott verbringt, wird er Gott begegnen." Es wird zu einer vor­herrschenden Leidenschaft werden. Er sagte: Ununterbrochen drei Tage lang; ununterbrochen.

Ich denke, ihr wollt jetzt nicht gehen. So habt liebevolle Erinnerung an Gott, das ist gut.