Wir alle sind Liebende, Ergebene einer höheren Kraft, tausende von Liebenden, aber der Geliebte ist einer für alle. Er, nach dem wir uns sehnen, ist der Geliebte der ganzen Welt. Es gibt nicht einen speziellen Gott nur für Muslime, nur für Hindus, nur für Christen, Er ist der eine Gott für alle.

Sant Kirpal Singh

Von Sant Kirpal Singh, Charlotte, North Carolina, 5.Oktober 1972


Ihr wart nur zwei Tage hier. Ich hoffe, ihr seid zu einem Ergebnis gekommen – wer sind wir? Wisst ihr es?

Ihr habt alle den menschlichen Körper, aber ihr seid nicht der Körper. Ihr seid ein bewusstes Wesen, ein Tropfen aus dem Meer allen Bewusstseins. Unsere wirkliche Heimat ist weder dieser irdische Körper noch diese Welt. Sie ist weit weg natürlich, doch der menschliche Körper wurde uns als goldene Gelegenheit gegeben, nach Hause zurückzukehren.

Gibt es dabei irgendeine Hilfe? Gott trifft Vorkehrungen, um euch dorthin zu führen, von wo aus euer Weg zurück sichergestellt ist. Dieser Weg beginnt, wenn ihr euch über das Körperbewusstsein erhebt. Er hat Flugzeuge bereitgestellt, die auf dem schnellsten Weg zurück in eure Heimat fliegen. Diese Flugzeuge fliegen von einem Flughafen ab. Und unsere Seele muss einen Platz im Flugzeug finden –  dazu müssen wir erst einmal zum Flughafen kommen. Lasst alles Äußere zurück! Wenn ihr hier zum Flughafen kommt, nehmt ihr nur begrenztes Gepäck mit, nicht alles. Aber es gibt einen Flughafen, von dem wir abfliegen müssen, bei dem können wir nichts mitnehmen, nicht einmal den Körper, ganz zu schweigen von äußeren Verhaftungen – weltlichen Dingen, Familie, berufliche Stellung. Ihr erreicht den Flughafen, wenn ihr euch über das Körperbewusstsein erhebt. (Aber es ist schwierig,) sich über das Körperbewusstsein zu erheben, denn dieser Weg ist sehr schmal: "Gerade ist der Weg, und schmal ist der Weg, und es ist schwierig, sich zu erheben." (So schmal) wie eine Rasierklinge! Mitnehmen können wir nichts. Wenn ihr auch nur an die äußere Welt, an die äußeren Dinge denkt, könnt ihr nicht nach oben gelangen. Wir müssen alleine gehen. Immer wieder kommen Durchsagen: "Bitte, machen Sie sich bereit, es ist noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Abflug." – "Das Flugzeug wird in nur zehn Minuten starten." – "Beeilen Sie sich, zum Flugzeug zu kommen, die Maschine ist jetzt startklar." So ist es heute hier (am Flughafen).

Unsere Heimat ist das Haus unseres Vaters, das wir einst verlassen haben, und bis jetzt sind wir nicht dorthin zurückgekehrt. Gott hat Vorbereitungen getroffen, uns zurückzuholen, indem Er uns zum Flughafen bringt, wo die Flugzeuge (in diese Richtung) abfliegen, indem Er uns mit jemandem in Verbindung bringt, der uns zum Flughafen mitnehmen kann, der uns hilft. Gehorcht einfach Seinen Anweisungen. Er sagt: "Bitte, nehmt nichts mit." Lasst also alles außen zurück; die Welt, eure Umgebung, selbst den Körper. Lasst alle Gedanken beiseite. Die Welt mag weitergehen, lasst alle Gedanken (daran) beiseite. Er gibt euch einfach etwas Ausstrahlung. Haltet euch nur an Seine Anweisungen, und in wenigen Minuten merkt ihr, wie ihr euch erhebt. Dort erscheint ein 'Flugzeug', das euch nach oben bringt. Dieses 'Flugzeug' ist der Licht- und Tonstrom in euch. Gott hält es immer für die bereit, die nach oben gehen möchten. Es wird euch direkt nach Hause bringen.

Wisst ihr, wer wir sind? Wir sind nicht Herr Schmidt oder Josef, Herr Singh oder Herr Khan. Wir sind Seelen, die so sehr im Körper gefangen sind, dass wir uns selbst vergessen haben. Wir haben vergessen, ob wir die Seele oder der Körper sind. Die Meister kommen, um uns zu helfen, in unsere Heimat zurückzukehren. Zuerst muss man den Flughafen erreichen, um dort in ein Flugzeug einzusteigen. Solange ihr nicht vom Äußeren und eurem Körper unten zurückgezogen seid, könnt ihr den Flughafen nicht erreichen, von wo das Flugzeug abfliegt. Eure Arbeit ist es, Seine Anweisungen zu befolgen. Überlasst alles andere Ihm und Ihm allein. Er sagt: "Setzt euch so hin, wie es euch angenehm ist. Bewegt euch nicht. Tut nichts weiter. Denkt nicht an die Umgebung noch an den Körper. Richtet den Blick hierher (in die Mitte der Dunkelheit), und etwas Ausstrahlung wird euch helfen, dorthin zu gelangen." Die Seinen Anweisungen wörtlich folgen, brauchen nur kurze oder fast keine Zeit – nur einige Minuten – um nach oben zu gehen. Bei denen, die durch regelmäßige Praxis daran gewöhnt sind, ist es so: "Schließt eure Augen und geht! Und kommt zurück!" Nicht einmal, sondern hundertmal am Tag. Das ist es, was ihr zu tun habt.

Der menschliche Körper ist also das Höchste, eine goldene Gelegenheit, die wir erhalten haben. Unser Zuhause ist nicht der physische Körper oder die physische Welt, sondern (die Ebene) allen Bewusstseins – nicht andere Bereiche, die aus Bewusstsein und Materie bestehen. Wir müssen uns über die astrale Ebene, die kausale und überkausale Ebene erheben, um das wirkliche Zuhause unseres Vaters zu erreichen, (die Ebene,) die rein geistig ist und die der Auflösung nicht unterworfen ist, auch nicht der großen Auflösung. Es ist also ein sehr langer Weg. Gott selbst führt exakt das Flugzeug nach oben. Ihr müsst nur dasitzen. Was sagt Er? Um zum Flughafen zu gelangen, muss man sich wortwörtlich an die Anweisungen halten – ohne das übliche 'Warum' und 'Wieso'. Denn wer nach dem 'Warum' und dem 'Wieso' fragt, verzögert alles.

Die nach außen gerichteten Sinne müssen unter Kontrolle sein, auch euer Verstand muss, nachdem er es verstanden hat, für eine Weile still sein. Dann gibt Er die Anweisung: "Richtet die ungeteilte Aufmerksamkeit auf das, was vor euch ist." Nach einigen Minuten beginnt es. Dann sieht man, dass man nicht der Körper ist, man erreicht den Flughafen und findet Licht und Ton vor. Der, durch dessen Gegenwart man diesen Segen erhält, führt uns auch weiter. Erst in (Seiner) äußeren physischen Form, dann in (Seiner) astralen oder strahlenden Form. Dann seid ihr ganz in Seine Hand gegeben, und Er muss sich um alles Weitere kümmern. Wenn ihr den Flughafen erreicht habt und in das Flugzeug eingestiegen seid und dort einen Platz gefunden habt, endet eure Arbeit. Dann liegt alles Weitere beim Piloten.

Einige Flugzeuge fliegen 'nonstop', andere mit Zwischenlandungen. Es gibt Zwischenaufenthalte, aber man könnte sagen, dass für die mit vollkommenem Gehorsam das Flugzeug ohne Zwischenlandungen fliegt. Dieses Flugzeug ist aus Licht und Ton, aus der 'klingenden Strahlung', könnte man sagen. Ihr sitzt einfach im Flugzeug. Es bringt euch über die astralen und auch die kausalen Ebenen hinaus. Es ist sehr schwierig, über die mentale Ebene hinauszugelangen, denn jeder Gedanke, auch kleine Dinge, an die ihr denkt, entstehen dort. Dort ist der Pilot besonders vorsichtig und bringt euch hindurch zu eurem Zuhause.

Wo ist eure wahre Heimat? Dort, wo alles Bewusstsein ist. Eure Arbeit besteht darin, einfach den Anweisungen zu gehorchen. Selbst um nur zum Flughafen zu gelangen, muss man sich an Seine Anweisungen halten. Dann gibt Er uns einen Sitzplatz in dem Flugzeug, das euch nach oben bringt. Wenn jemand die Form des Meisters im Inneren sieht, dann ist das Gott, der in der Gestalt erscheint, in der Er sich auch (im Physischen) manifestiert. Wenn Er (die strahlende Form des Meisters) spricht, nimmt Er alles in Seine Hand.

Was ist nun unsere Arbeit? Die Anweisungen zu beachten, ganz exakt, ohne 'warum' und 'wieso', ohne 'wenn' und 'aber'. Dann schreitet man schneller voran. So seid ihr gesegnet, denn ihr seid auf den Weg gestellt worden. Einige fragten mich im persönlichen Gespräch, wie man am schnellsten nach Hause kommt: "Wie lange dauert es?" Ich sage euch, das liegt an euch! Und das heißt, dass man sich an die Anweisungen halten muss. Das ist das, was Christus sagte: "Wenn ihr mich liebt, dann haltet meine Gebote." Gestern Abend war ich sehr glücklich darüber, dass ihr alle die Hände gehoben habt! (Meister hatte gefragt, wer nach Hause gehen will.) Erinnert ihr euch? Gestern Abend. Ich habe mich sehr gefreut. Wenn ihr euch alle entschieden habt zu gehen, was bleibt dann noch? Nur Seine Gebote zu halten. Ich hoffe, dass ihr heute damit begonnen habt. Ich fürchte nur, ihr habt diese Arbeit auf übermorgen verschoben. Nach Hause zu gehen ist nicht schwierig, die Schwierigkeit besteht nur darin, dass wir die Anweisungen nicht beachten. Nichts aus dieser Welt wird euch dorthin begleiten. Im Flugzeug dürft ihr nur begrenztes Gepäck mitnehmen, und dorthin könnt ihr überhaupt kein Gepäck mitnehmen, nicht einmal euren Körper, den Verstand oder die nach außen gerichteten Sinne. Irgendwann müssen wir all das zurücklassen. Warum nicht gleich jetzt? Was noch bleibt, ist, die Schulden, die Rückwirkungen der Vergangenheit, zurückzuzahlen. Habt Achtung für die, mit denen euch Gott – die fließende Feder Gottes – als Folge der Vergangenheit verbunden hat, aber vergesst nie eure Arbeit, eure Aufgabe, euer Ziel. Ihr müsst nach Hause zurückgehen!

Daher trifft Gott Vorbereitungen, um euch nach Hause zu bringen. Er schickt Menschen. Er hat uns einst in die Welt gesandt. Aus welchem Grund tat Er es? Wir sollten zu Ihm gehen und Ihn fragen, warum Er uns in die Welt geschickt hat. Doch Er hat uns geschickt, und wir sind (jetzt) von Ihm getrennt. Einige erinnern uns: "Kommt Freunde, kehrt nach Hause zurück! Es ist höchste Zeit!" Wenn ihr möglichst schnell nach Hause zurückgehen wollt, müsst ihr genau nach dem leben, was euch gesagt wurde. Das ist alles.

Euch wurde gezeigt, wie man mehr oder weniger schnell den Flughafen erreicht, das Flugzeug aus Licht und Ton besteigt und sich über das Körperbewusstsein erhebt. Ihr habt eine Erfahrung davon erhalten; sei es mehr oder weniger. Der ganze Erfolg, der Schlüssel zum Erfolg, liegt darin, gehorsam zu sein, euch an das zu halten, was ihr tun sollt. Ich hoffe, euer Versprechen gilt noch. Oder habt ihr es zurückgenommen? Ist das Versprechen, das ihr mir gestern Abend gegeben habt, noch gültig oder schon hinfällig?

Zwischenruf: Es gilt noch.

Sant Kirpal Singh: Ist es wirklich noch gültig? Dann hebt noch einmal die Hände! Gut! Das ist alles, was ich euch zu sagen habe. Ich bin hierher gekommen, Gott wies mich an zu kommen – ich hatte, wenn ich aufrichtig bin, nicht vor zu kommen. Ich bin auch (an die Anweisungen) gebunden. Es ist Seine Gnade, dass ich kommen konnte, und ich hatte das große Glück, euch alle miteinander zu treffen. Und ich freue mich sehr, euch alle zu sehen – wir sind alle Brüder und Schwestern in Gott. Neun Jahre lang bin ich nicht hier gewesen. Nur wenige von euch konnten vielleicht nach Indien kommen, um bei mir zu sein, aber fast alle waren jetzt hier. So bin ich sehr froh, ich freue mich außerordentlich darüber, ganz außerordentlich, möchte ich sagen, dass euer Versprechen noch Gültigkeit hat. Aber wann setzt ihr es in die Tat um? Darauf kommt es an. Ich denke, man sollte sofort beginnen, nicht wahr? Beginnt noch heute damit! Verschiebt es nicht auf morgen oder übermorgen oder bis die eine oder andere Angelegenheit erledigt ist! Meine Liebe und mein Segen ist mit euch allen. Bleibt in Verbindung, um eurer spirituellen Aufgabe willen, und haltet Disziplin. Besucht regelmäßig die Treffen, die von den Gruppenleitern und Repräsentanten für euch eingerichtet wurden. Sie bemühen sich nach besten Kräften, alles so gut wie möglich zu regeln. Ich bin bei ihnen gewesen. Solange ihr nicht mit der Meisterkraft im Innern direkten Kontakt habt, übermitteln sie euch die Botschaften, die sie durch Briefe vom Meister erhalten haben. Die Satsangtreffen  finden an manchen Orten wöchentlich, an anderen alle vierzehn Tage statt. Zweigt etwas Zeit von eurem geschäftigen Alltag ab, zwei bis drei Stunden pro Woche, und setzt euch alle zusammen. Wenn mehrere im Namen Gottes zusammensitzen – was sagt Christus in dieser Hinsicht? "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen." Er ist bereits da! Wir müssen uns nur von außen zurückziehen und uns zusammensetzen, und die Schwingung kommt. Kabir sagt: "Wenn euer Meister jenseits der sieben Meere lebt und ihr an diesem Ufer, dann richtet eure Aufmerksamkeit auf Ihn. Durch die Ausstrahlung werdet ihr es erhalten." Anhand von Rundfunk und Fernsehen hat die Wissenschaft bewiesen, dass dies möglich ist. Gedankenkraft könnte man es nennen – Aufmerksamkeit. Wenn die Aufmerksamkeit so zielgerichtet ist, bewirkt sie Wunder. Das vermittelt euch Empfänglichkeit. So könnt ihr sogar zum Sprachrohr Gottes werden.

Das einzige, was ich euch zum Abschied noch sagen kann: Die wahre Lebensweise ist eine Notwendigkeit. Ein ethisches Leben ist die Grundlage der Spiritualität, und dafür wurden die Tagebücher vorgeschrieben. Führt sie bitte! Seid mit eurer Meditation regelmäßig und achtet auf die Selbstprüfung, und schickt mir die Tagebücher. So Gott will, wird Er euch führen. Solange ihr nicht zu Gott in euch gelangen und der Meisterkraft im Innern begegnen könnt, müsst ihr im Äußeren in Verbindung bleiben. Auch im Inneren ist es manchmal so, dass sich die negative Kraft einmischt. Diese Kraft verkörpert sich manchmal. Wiederholt die fünf Namen, die euch als Prüfstein gegeben wurden, und die negative Kraft wird verschwinden.

Meine besten Wünsche, Wünsche aus ganzem Herzen, möchte ich sagen, sind mit euch. Worte können nicht ausdrücken, wieviel Liebe ich in meinem Herzen für euch habe. Herz spricht zu Herz, keine Worte können das ausdrücken. Es ist also Sein Geschenk, Gottes Geschenk. Ihr habt das gleiche Herz erhalten, das der Sitz Gottes in euch und in jedem Menschen ist. Haltet es bitte immer ganz rein und klar. "Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Die Menschen kommen und gehen, alles ist nur vorübergehend. Gleichzeitig ist diese Kraft in euch – wendet euer Gesicht Ihm zu, und ihr werdet alle Hilfe erhalten. Ihr wurdet miteinander in einer wahren Verwandtschaft verbunden. Das ist die wahre Familie Gottes, und es ist eine solche Verbindung, die nicht einmal mit dem Tod zerbricht. Unser Meister sagte oft: "Wir müssen einen Fluss überqueren. Manche fahren mit dem ersten Boot und erreichen das andere Ufer als erste. Manche kommen ein wenig später, doch alle treffen sich dort wieder." Versteht ihr? Ihr steht unter dem Schutz der Gotteskraft in euch. Diese ist die wahre Verwandtschaft, die niemals vergeht. Alle äußeren verwandtschaftlichen Beziehungen enden einmal.

Dies ist also die Aufgabe, die vor uns liegt, die wir erfüllen müssen, das ist unser Ziel, das ist unsere Heimat, das ist die Aufgabe, die uns gegeben wurde. Wie ich schon sagte: "Haltet die Gebote ohne wenn und aber." Ihr werdet merken, dass euch – wie nennt man das? – ein Kapital gegeben wurde, es mag mehr sein oder weniger. Wir müssen es vermehren durch regelmäßige tägliche Meditation und ungeteilte Aufmerksamkeit. Gott ist Einer, Er ist ganz allein, Er hat weder Bruder noch Schwester, und Er möchte, dass jeder, der zu Ihm kommt, ganz alleine kommt. Das ist es, was vor uns liegt. Bleibt immer in Verbindung, und Gott wird euch segnen.

Meine Wünsche, meine besten Wünsche, sind mit euch und werden immer mit euch sein. Ich denke, ich habe alles gesagt. Die Gruppenleiter sind dazu da, euch zu helfen. Ihnen wurde die Verantwortung über Gottes Kinder gegeben. Sie werden sie lieben wie eine Mutter und ihnen auf dem Weg helfen. Für die spirituellen Dinge gilt: Bleibt immer in Verbindung! Und was das Äußere anbelangt: Sie wollen auch das Beste für euch, sie wurden dazu auserwählt, seht ihr. Und ihr werdet auch auserwählt!

So, bitte, ihr habt nicht vergessen, was ihr gestern Abend versprochen habt? Auch heute morgen habt ihr das Versprechen bestätigt. So beginnt von heute an!