Wir alle sind Liebende, Ergebene einer höheren Kraft, tausende von Liebenden, aber der Geliebte ist einer für alle. Er, nach dem wir uns sehnen, ist der Geliebte der ganzen Welt. Es gibt nicht einen speziellen Gott nur für Muslime, nur für Hindus, nur für Christen, Er ist der eine Gott für alle.

Sant Kirpal Singh

Ein Herz-zu-Herz Gespräch von Sant Kirpal Singh, Sawan Ashram, Delhi, Indien – zehn Tage vor Seinem physischem Weggang


Frage: Manchmal treffen wir Schüler von sogenannten Meistern, die sagen, dass sie in das Licht- und Tonprinzip initiiert worden seien. Wie weit sollten wir ihnen dann etwas sagen, insbesondere wenn wir wissen, dass es sich um einen sogenann­ten Meister handelt? Sollten wir Ein­wände machen oder ihnen nur Literatur von Meister geben und uns nicht dazu äußern?

Sant Kirpal Singh: Wenn jemand, der schon an­derswo initiiert wurde, zu euch kommt, dann kommt er, um etwas zu erfahren. Sagt ihm, was er wissen möchte. Sagt nicht: "Dein Meister ist ein falscher Mei­ster." Erklärt ihm das Kriterium eines Meisters, was von einem Meister zu er­warten ist. Lasst ihn selbst zu einem Ur­teil kommen. Versucht ihm zu erklären, wie man ihn von außen beurteilen kann.

Frage: Meister, sie hat die Frage ge­stellt, weil zwei von hier einen Schüler eines anderen Meisters getroffen haben, der behauptet, Baba Sawan Singh habe ihn beauftragt, nach Südindien zu gehen, und dass er das Licht- und Tonprinzip ge­ben kann. Stimmt das?

Sant Kirpal Singh: Ich weiß es nicht.

Schüler: Sein Name ist......... , Bom­bay.

Sant Kirpal Singh: Meister bevollmächtigte ihn zu gehen und sagte: "Gut, du gehst um Satsang zu halten, um über die Spiritu­alität zu sprechen." Jetzt sagt er: "Ich sage dir, wie man meditiert." Sogar Grup­penleiter geben anderen eine Sitzung, und diese sehen Licht. Werden alle Grup­penleiter deshalb zu Meistern? Warum kümmert es euch? Lasst diejenigen, die damit zufrieden sind, weitermachen. Der Kontakt mit Licht und Ton ist nicht das einzige Kriterium. Es gibt noch einige an­dere: Schutz, Hilfe.

Schüler: Es ist eine Sache, etwas zu sagen und eine andere, es zu tun.

Sant Kirpal Singh: Wenn ihr selbst über euren ei­genen Meister im Zweifel seid – nun gut. Ist das nicht der Fall, macht weiter! Hier in Indien habe ich zwei Männer sterben sehen. Es waren sogenannte Meister. Sie baten Ihn um Vergebung ihrer Sünden. Auch im Westen geschah das. Wenn ihr auf den Weg gestellt seid, richtet nicht über andere. Tut es und seht.

Als ich meinen Meister traf, war mein älterer Bruder (noch) nicht initiiert, und ich schrieb ihm: Ich bin einem Meister be­gegnet, der sich mit all der Demut Guru Nanaks auf Erden bewegt, aber warte!" Wenn ihr selbst schwankt, verderbt ihr den Namen des Satsang. Warum es nicht tun und dann se­hen? Wenn jemand mit seinem eigenen Weg zufrieden ist – gut! Gott ist es, der gibt; es ist Gott. Wie ich euch neulich er­zählte, war es den Menschen, die in frühe­ren Zeiten initiiert wurden, zwei Jahre nicht erlaubt, über dieses Thema zu spre­chen. Setzt es in die Tat um!

Wir sind nicht empfänglich genug. Ihr habt es erhalten, fahrt damit fort und seht, und dann bezeugt es selbst. Wir aber wer­den erst zu Meistern und dann zu Initi­ierten ... Ich gab ein Rundschreiben her­aus: "Ich möchte, dass niemand zwischen dem Initiierten und dem Meister steht." Hast du dieses Rundschreiben gesehen?

Schüler: Ja.

Sant Kirpal Singh: Satz für Satz?

Schüler: Niemand sollte zwischen dem Initiierten und dem Meister stehen.

Sant Kirpal Singh: Beide Lichter leuchten. Aber seid vorsichtig! Denn er ist keiner, in dem das Licht voll erstrahlt.

Schüler: Kommt der Meister zur Zeit des Todes zu jedem Initiierten?

Sant Kirpal Singh: Nur diejenigen, die im Ein­klang (mit dem Wort) sind, sind vorher schon darüber informiert. Diejenigen, die nie meditieren, wissen es erst am selben Tag. Zumindest wird Er einen führen, den Weg zeigen, aber für den, der den Kör­per überschreitet, ist ein Schrittstein da. Derjenige weiß: "Gut, ich werde gehen." Meine Frau sagte: "Ich werde morgen ge­hen." Ich sagte: "Bitte den Meister, dass Er dich nicht morgen mitnehmen soll. Frage Ihn bitte. Morgen ist ein großer Satsang, Tausende von Menschen wer­den zusammenkommen." Als dies vorü­ber war, ging ich zu ihr. "Bist du bereit?" – "Ja." – "Geh nach innen." Sie ging glücklich. Das ist die Bestimmung eines jeden. Es ist kein bloßes Zugeständnis, es gilt für jeden Initiierten. Aber es ist schade, dass wir nicht aufrichtig sind. Zu unseren Freunden und Verwandten sind wir aufrichtig.

Seht, jeden Tag frage ich euch, wer die Form des Meisters gesehen hat. Bei der Initiation wird eine Saat gesät, und die­se sollte entwickelt werden. Er (der Ini­tiierte) sollte den Meister im Inneren se­hen und mit Ihm sprechen. Dann erst seid ihr wirklich umgewandelt, würde ich sa­gen, nicht vorher. Ihr seid alle in der Pro­bezeit, bis ihr Ihm im Inneren begegnet. Würdet ihr nur drei Monate ernsthaft da­nach leben, würdet ihr wundervoll fort­schreiten. Drei Monate, in denen ihr sonst beschäftigt seid mit Lachen, Reden, Schlafen und Anziehen ...

Aber sind das nun gewöhnliche Din­ge, oder sind sie das letzte Ziel? Entwe­der das eine oder das andere. Seht, was zu eurem Besten ist. Ihr selbst müsst ge­hen, niemand anderer verlässt den Kör­per für euch. Ihr habt kein Zutrauen. Noch jemand?

(Meister bleibt für lange Zeit schwei­gend. Er lehnt sich zurück und schließt die Augen. Als Er sie wieder öffnet, schaut Er uns lange und eindringlich an.)

Frage: Sind sich die sogenannten Mei­ster der Konsequenzen nicht bewusst, wenn sie die Leute so betrügen?

Sant Kirpal Singh: Gott hat mich nicht zum Rich­ter gemacht. Er steht über allem. Er sieht alles. Dies ist Seine Verantwortung. Die­sen Morgen habe ich über Lord Krishna, den Avatar, gesprochen. Es gibt Avatare und Heilige, aber die Avatare sorgen dafür, dass die Welt bevölkert bleibt, sie halten die Welt in Gang. (Aber gewöhn­lich sind die Meister mit ihm. Er ist sehr gerecht.) Warum sollten wir uns Sor­gen machen? Gott sagt: "Richtet nicht über andere, auf dass ihr nicht gerichtet werdet." Wie ich euch neulich erzählte, wurde ich zum Geschworenen gewählt. Ich erhielt eine Aufforderung, das Amt eines Geschworenen zu übernehmen. Sie kamen schon vorher mit den Leuten zu­sammen, um ihre Meinung zu hören. Auch ich war dabei. Es waren zirka vier­zehn Leute da. Der Richter kam, um die­se Leute zu sehen. Mir kam der plötz­liche Gedanke: "Richte nicht über andere, auf dass du nicht selbst gerichtet werdest." Das ist alles.

Frage: Eure Heiligkeit, Ihr habt das zu dem Richter gesagt?

Sant Kirpal Singh: Es ist leicht, andere zu ver­urteilen. Es ist sehr einfach, aber Ihr könnt euch auch irren.

Schüler: Es scheint die zweite Natur des Menschen zu sein.

Sant Kirpal Singh: Christus sagte: "Vater, ver­gib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Einige sagten, er solle nicht ans Kreuz geschlagen werden. Sie versuch­ten, ihn zu retten. Christus segnete sie. Was aber war mit denen, die darauf aus waren, ihn zu kreuzigen? Auch sie er­hielten den vollen Segen. Zu vergeben ist Sache eines sehr mutigen Menschen. Ver­gebt, und dann vergesst. Also, noch je­mand?

Die Zeit vergeht. Macht weiter mit dem, was ihr erhalten habt. Seht zu, was ihr tun könnt. Er sieht (es) immer. Küm­mert euch um eure eigene Sache. Ver­sucht, den ersten Preis zu gewinnen. Es läuft ein Rennen. Schaut nicht nach rechts oder links; kommt als erste an und ge­winnt das Rennen. Tut euer Bestes. Das wird auch die Aufmerksamkeit des Mei­sters anziehen. Wenn jemand fortge­schritten ist, dann nehmt euch ein Bei­spiel. Kümmert euch also um eure eige­ne Sache. Euer Vater war groß, und wie steht es mit euch? Entwickelt euch auf diese Art. Begleicht eure Rechnungen (euer Geben und Nehmen). Er kommt, damit in euch der Vater ausstrahlt, der eu­er Meister ist. Schaut auf euch selbst. Wenn ihr euch in diesem menschlichen Körper nicht ändert, dann bleibt ihr in die­ser Form und kommt immer wieder. Habt eine klare Sichtweise, das wird helfen.

Geht jetzt und seid fröhlich.