Von Sant Kirpal Singh, Sant Bani Ashram, 19. Oktober 1972


Bei meiner letzten Rede hier möchte ich euch darlegen, dass das Wort 'Meister' oder 'Guru' ein zentraler Begriff in der Spiritualität ist. Wenn ihr das Wort 'Meister' oder 'Guru' versteht, dann versteht ihr die ganze Lehre der Meister.

Alle Heiligen Schriften, die wir haben, sprechen von der unabdingbaren Notwendigkeit eines Meisters oder Guru oder Heiligen. Das ist nichts Neues. Bereits in früheren Zeiten, wenn die Meister den Schauplatz der Welt betraten, wurde diese Frage als sehr wichtig angesehen. Guru Nanak (1469 – 1539) unternahm vier Reisen: eine nach Norden, in den Himalaya; eine in den Osten, nach Burma und China; die dritte nach Süden bis nach Ceylon; und die vierte in Richtung Westen, nach Persien, Arabien, Jerusalem und Ägypten. Als er in den Himalaya kam, stellten ihm die Siddhas die Frage: "Wer ist dein Meister? Wer ist dein Guru?" Jeder möchte das natürlich wissen. Er antwortete ihnen: "Shabd ist mein Guru!" wisst ihr, was mit Shabd gemeint ist? Gott ist ashabd – wortlos, namenlos. Als Er sich zum Ausdruck brachte, wurde Er das Wort, Shabd oder Naam genannt. So sagte er: "Mein Guru ist Shabd – die sich zum Ausdruck bringende Gotteskraft ist mein Guru. Gott ist mein Meister, und Er wird mich zum Absoluten Gott führen."

Guru Gobind Singh (1660 – 1708) gab Hinweise auf seine vergangenen Leben – nur sehr wenige Heilige haben das getan. Guru Gobind Singh war einer dieser großen Meister, die solche Hinweise gaben. Er sagte: "Ich führte viele Bußübungen aus, ich meditierte sehr viel – schließlich erkannte ich, dass Gott in mir war und ich in Ihm. Da erhielt ich von Gott die Anweisung, in die Welt zu gehen. Ich jedoch wollte nicht zurück."

Wer kann diesen glückseligen Zustand aufgeben, um in die Welt zu gehen? Seht ihr, wenn Meister kommen, kommen sie auf Anordnung in die Welt. Niemand verlässt gern jenen Ort voller Glückseligkeit und ewiger Freude, um herab zu kommen! Doch was war Seine Anweisung? "Gott befahl mir: 'Nun geh!' – 'Weshalb soll ich gehen?' Er sagte: "Ich habe schon so viele gesandt, sie brachten zwar alle meine Botschaft, doch letzten Endes ließen sie sich selbst verehren." Nur wenige Meister, die Gott sandte, sagten: "Ich komme auf Anweisung meines Vaters." Kabir (1398 – 1518) sagte: "Ich komme mit der Botschaft Gottes, Er hat mich gesandt, um sie euch zu vermitteln. Er ist immer mit mir in Verbindung!" Versteht ihr? Und Guru Gobind Singh sagte: "Ich ergab mich Seinem Willen und Wohlgefallen und kam hierher. Wisst ihr, wer ich bin? Ich bin euer aller Diener – nicht mehr. Ich bin ein Mensch wie ihr. Doch Gott hat mich gesandt." Die Menschen sagten: "Was wünschst du von uns?" – "Verehrt Gott und nur Gott allein!"

Mit der Zeit aber begannen ihn die Menschen zu preisen, denn das ist ein Brauch geworden, so wie sie es mit allen getan haben, die Gott gesandt hat. Dabei vergaßen sie Gottes Namen. So sprach er eine strenge Warnung aus: "Wer sagt, ich sei Gott, wird zur Hölle gehen!"

Kabir wurde gefragt: "Wer ist dein Guru, dein Meister?" Er antwortete: "Der Eine, der mich gesandt hat, ist mein Meister, und ich bin Sein Sklave, der Seine Botschaft übermittelt!" Prophet Mohammed sagte dasselbe: "Mir wurde dieser Dienst übertragen, ich übermittle Seine Botschaft." Versteht ihr? 'Rasul' bedeutet: 'der, der die Botschaft Gottes bringt'. Auch Kabir wurde gefragt, wer sein Meister sei, und er sagte: "Mein Meister ist in mir, doch Er lebt über den Sinnen."

Sie sind also vollkommen bewusst. Sie wurden von Gott gesandt. Sie sind das Wort, das Fleisch wurde. Sie sagen, dass das Wort in jedem Herzen wohnt und dass man Ihn – nur Gott allein – anbeten soll. Habt Achtung für alle, doch nur Einen sollt ihr verehren – Gott.

So ist es die Aufgabe aller Meister, die gekommen sind, euch mit Gott zu verbinden. "Kehrt in eure Heimat zurück!" Sie helfen euch zurückzugehen und geben euch auch eine Verbindung (mit Gott). Kann man Gott begegnen? Wo ist Er zu finden? Er ist im selben Körper, in dem auch ihr lebt. Er ist die Kraft in euch, die alles beherrscht. Er ist die Kraft, die das ganze Universum lenkt. Wie geordnet alles im Universum ist, nicht wahr? Es gibt so viele Planeten und Sterne, sie ziehen in ihren Bahnen, ohne jemals zusammenzustoßen. Wie vollkommen alles unter Kontrolle ist! Einige Wissenschaftler sind nun zu dem Schluss gekommen, dass es einen Schöpfer des Universums gibt, der bewusst ist.

Wer ist nun ein Meister? Gott wohnt in jedem, doch der ist der Meister, in dem Er sich offenbart. Gott ist in jedem von uns; Er ist die Kraft, die uns erhält und lenkt, doch (in uns) ist Er nicht voll offenbar.

Was sagt nun jener offenbarte Gott in Ihm? Was ist Seine Aufgabe? Er sagt: "Ich werde euch ewiges Leben geben, und die, denen ich es gegeben habe, werden niemals verloren gehen." – ich zitiere Worte von Christus – "Sie werden nie vergehen, und keine Macht kann sie meinen Händen entreißen." Was für eine Kraft! Soamiji (1818 – 1878) bezieht sich auch darauf: "In wem ich die Saat von Naam (dem Wort) säe, über den hat selbst die negative Kraft keine Macht mehr." Alle Heiligen haben dasselbe gesagt.

Was tut der Meister? Die, die zu Ihm kommen, mögen Ihn wieder verlassen, doch der Meister verlässt sie niemals. Unser Meister sagte immer: "Er hat ein langes Band, doch wenn Er den Schüler zu sich zieht, ist alles wieder gut." Ihr seid also gesegnet, ihr seid die Glücklichen, die diese Saat erhalten haben – durch Gottes Gnade, durch die Gnade meines Meisters. Sie wird niemals vergehen. Wenn euch diese Kraft einmal annimmt, verlässt sie euch nie mehr.

Als ich auf meiner ersten Reise hierher kam, fragten mich die Menschen: "Wann kommt Christus wieder?" Ich sagte ihnen: "Hat er euch denn jemals verlassen?" Wir haben doch seine Worte: "Ich werde euch nie verlassen, noch versäumen bis zum Ende der Welt." Wenn er uns nie verlassen wird, wie kann er dann gehen und wiederkommen? Er verlässt uns nie! Er offenbart sich von Zeit zu Zeit in einem menschlichen Pol, um die in den Kinderschuhen steckende Menschheit zu führen. Er ist immer da, zu allen Zeiten, auch jetzt – denn das ist Seine Verbindung zu uns. Für die, die hungrig sind, gibt es Brot, und Wasser für die, die durstig sind – und die Meister kommen in die Welt herab, um dieses Brot und Wasser des Lebens zu geben.

Das erste ist also, dass sie euch niemals verlassen. Die, die zu Ihm kommen, sich an Seine Gebote halten und eine vorherrschende Liebe für Ihn haben, werden niemals zur Hölle gehen. Wenn sie einen Fehler begangen haben, wird Er selbst sie korrigieren. Wenn euer Sohn etwas Falsches tut, würdet ihr ihn dann der Polizei ausliefern? Würde ein Vater es zulassen, dass sein Sohn von der Polizei mitgenommen wird? Eher wird er ihn selbst bestrafen.

Für den, der unter dem Schutz eines solchen Meisters steht, wird alles getan. Diese Macht wurde Ihm von Gott gegeben. Maulana Rumi (persischer Heiliger 1207 – 1273) sagt an einer Stelle: "Sie haben die Macht, einen vom Himmel abgeschossenen Pfeil im Flug aufzuhalten." Die Leute fragten ihn: "Sind sie (die Meister) Gott gleich?" – "Nein, nein, sie sind die geliebten Söhne Gottes!" Der Sohn wird nichts tun, was gegen den Wunsch seines Vaters ist. Er gibt einfach das weiter, was ihm aufgetragen wurde. Doch was er auch tut, wird von Gott angenommen. Das ist damit gemeint, wenn die Meister sagen: "Ich bin im Vater und der Vater ist in mir. Ich bin in Ihm und Er ist in mir. Ich und der Vater sind eins. Vater und Sohn sind in derselben Farbe gefärbt." Ich zitiere verschiedene Heilige, versteht ihr?

Das ist also der Meister. Er wurde geboren wie wir, Er hat wie wir zwei Augen und zwei Ohren, der innere und äußere Aufbau ist derselbe. Doch der Unterschied besteht darin, dass in Ihm das Wort offenbar ist. Er ist das Wort, das Fleisch wurde und unter uns wohnt. Sie tun also ihre Arbeit, solange es Tag ist – ich zitiere die Worte Christi – solange sie leben. Und sie sagen: "Die Nacht kommt, wenn niemand arbeiten kann." Das meinen sie mit der Aussage: "Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt!" Das sagen alle Meister. Wenn sie wieder zurückgehen, sagen sie: "Wir gehen zurück zu unserem Vater – stellt euch nicht in unseren Weg, sagt nichts dagegen!" Als Baba Jaimal Singh den Körper verließ, sagte er: "Schaut her, ich gehe zu meinem Vater, sagt nichts, um mich aufzuhalten!" Als unser Meister körperlich krank war, beteten wir zu ihm: "Bitte doch deinen Meister, ob er dich noch einige Zeit hierbleiben lässt!" Er sagte: "Das werde ich ihn nicht bitten! Ich bin bereit zu gehen. Betet ihr zu ihm, wenn ihr wollt!" Erinnert ihr euch an heute morgen? Eine Dame sagte, dass mein Meister auf mich wartet. Sehr gute Nachrichten, seht ihr!
Sie (die Meister) wissen genau, was ihre Arbeit ist: Sie tun das, was Gott ihnen aufgetragen hat. Sie sind nicht von äußeren Meinungen abhängig, sie führen ihre Arbeit aus. Das ist ein Aspekt, versteht ihr?

Wer kann euch zu Gott führen? Wisst ihr das? Guru Nanak sagt: "Der, den man Gott nennt, ist Einer. Einer soll diese grenzenlose Kraft zum Ausdruck bringen." Wir sagen: "Gott ist Einer", weil wir begrenzt sind, und uns mit begrenzten Ausdrücken an Ihn wenden; es gibt einfach keine anderen Worte. So sagt er: "Gott ist Einer, Er ist Herrscher über die drei Welten, Er ist die Wahrheit, Er ist ewig, Er durchdringt und lenkt die ganze Schöpfung. Er ist der Schöpfer von allem, Er regiert alles. Keine Macht steht über Ihm. Er bringt sich aus sich selbst zum Ausdruck, Er wurde von niemandem geboren." Und was sagt er (Guru Nanak) weiter? "Es ist ein Geschenk des Meisters: Satguru Parshad." Es ist Parshad oder ein Geschenk vom Meister: Gott gibt euch Gott als Parshad! Versteht ihr?

Es gibt Heilige, die kompetent sind, das zu sagen. Ein solcher Heiliger wird zu euch sagen, dass ihr eine Erfahrung von dem, den Er den Einen nennt, haben könnt. Doch Er ist auch nicht Einer; wenn man sagt, Er sei Einer, erhebt sich die Frage nach dem Zweiten. Wenn es aber zwei gibt, dann gibt es etwas, das Gott gleich ist. Gott jedoch ist einzigartig, nichts ist Ihm gleich.

Ein Meister, der das Fleisch gewordene Wort ist, gibt euch die beglückende Vision dessen, der jenseits aller Vorstellung ist, der mit dem Wort, dem Namen der Eine bezeichnet wird. Wisst ihr, wie groß Er ist? Von Maulana Rumi wissen wir, dass der Prophet Mohammed sagte: "Gott spricht: 'Ich bin so groß, dass weder diese Welt, noch die nächste, noch ein von mir geschaffenes Universum mich in sich aufzunehmen vermag. Ich durchdringe alles in den Höhen und den Tiefen, überall – so groß bin ich. Doch ist es nicht ein Wunder: Ich wohne im Herzen eines Gurmukh. Wenn ihr mich suchen wollt, sucht mich dort!'" Kabir sagt ganz direkt: "Es heißt, Kabir und Gott seien zwei, aber sie sind Einer in zwei und zwei in Einem. Die, die nicht verstehen können, sagen, sie seien zwei."

Lest die Heiligen Schriften! Ihr werdet ungewöhnliche Begebenheiten finden, wunderbare Dinge. Nicht einmal im Traum können wir Meisters Größe ermessen. Maulana Rumi sagt: "Nur einer, der selbst fliegen kann, weiß, wie das ist." Wer gelernt hat, sich ins Jenseits zu erheben, kann davon sprechen. Kann eine Maus, die schnell auf der Erde läuft, sich vorstellen, wie es in den höchsten Höhen ist – und doch besteht eine Möglichkeit.

Man erzählt, dass einmal eine Maus auf eine Pilgerfahrt nach Mekka gehen wollte. Sie lief, so schnell sie konnte. Über ihr flog eine Taube und fragte sie: "Was läufst du so schnell?" Sie antwortete: "Ich muss auf Pilgerfahrt nach Mekka!" Die Taube hatte Mitleid mit ihr und nahm sie in ihre Krallen – Tauben fliegen 70, 80 Meilen in der Stunde – und brachte sie nach Mekka.

So kriechen wir auf der Erde, und sie (die Meister) können unsere Seelen erheben und sie dorthin führen.

Wer kann sich über das Körperbewusstsein erheben? Die Yogis haben manchmal Hunderte von Jahren dafür eingesetzt. Ihr könnt es in kürzester Zeit erhalten! Das ist ein Geschenk des Meisters. Er ist ein Mensch wie ihr, Er sagt niemals: "Ich bin Gott", Er sagt: "Er – der Vater – ist Gott." Er ist sich dessen bewusst: "Gott tut alles." Er weiß, "nicht ich bin der Handelnde". Wenn wir etwas über den Meister sagen, können wir es nur, indem wir Ihn auf unsere Ebene herabbringen. Gibt Er einmal das Geschenk von Naam, dann kann keiner diesen Menschen von Ihm fortbringen. Nicht einmal Kal (negative Kraft, welche die vergänglichen Regionen überwacht) hat diese Macht, ihn wegzureißen. Es heißt, wenn eine Seele vom Meister durch die drei Ebenen hindurch in die vierte gebracht wird, schlagen Kal und Maya (Illusion, Täuschung) sich an die Brust und rufen: "Oh, einer ist entkommen!" Sie werden euch nicht gehen lassen, versteht ihr?

Wie ich schon sagte: Das Gemüt ist ein listiger Freund, doch es lässt euch nicht los. Es ist wie bei Schafen, die in einer Umzäunung eingesperrt sind, so dass sie nicht weglaufen können, und der Hirte hat seine Ruhe. Steht das Tor aber offen, dann ist er sehr wachsam, damit kein Schaf entkommt. Läuft ein Schaf weg, weil das Tor offen war, dann schickt er jemanden, um es wieder einzufangen und zurückzubringen. Versteht ihr?

Denkt daran, Kal oder die negative Kraft wird euch niemals aus ihrem Bereich entkommen lassen. Ihre Macht erstreckt sich über die drei Ebenen. Wenn jemand durch die Gnade des Meisters höher steigt, dann sagt sie: "Oh weh, jetzt ist mir einer entkommen!" (Meister lacht) Seid ihr nicht glücklich dran?
Was ist also ein Meister? Was tut Er? Seine Aufgabe ist es, euch aus dem Körper zu nehmen, euch durch Selbst-Analyse vom Gemüt, den nach außen gerichteten Sinnen und dem Intellekt zu befreien und euer inneres Auge zu öffnen, damit ihr das Licht Gottes sehen könnt. "Wenn dein Auge einfältig ist, wird dein ganzer Körper voller Licht sein!"

Als Präsident der Weltgemeinschaft der Religionen bin ich mit vielen religiösen Oberhäuptern zusammengekommen; es gab einen oder zwei, die durch Hypnose, Mesmerismus (das Hervorbringen eines Trancezustandes durch bewusst angewandten tierischen Magnetismus des Ausübenden, um sich die Willenskraft eines anderen unterzuordnen) oder Ausstrahlung andere beeinflussen konnten. Ich habe nur sehr wenige Yogis gesehen, die sich über das Körperbewusstsein erheben konnten. Als ich 1948 im Himalaya war, habe ich nur einen gefunden; er ist inzwischen gestorben, im Alter von etwa 115 Jahren – Raghuvacharya. Sein Foto ist in einem der Bücher.

Ihr werdet nur selten jemanden finden, der darüber spricht. Hört ihr solche Dinge von anderen Meistern? Sie sagen euch: "Denkt an Gott und ihr werdet in Ihm aufgehen!" Aber wie? Die Seele kann nur in Ihm aufgehen, wenn sie sich selbst erkennt – nicht auf der Ebene der Gefühle oder durch Schlussfolgerungen, sondern durch echte Selbst-Analyse, indem sie sich über das Körperbewusstsein erhebt. Er (der Meister) zieht euch durch ein wenig Aufmerksamkeit nach oben; das kostet euch nichts. In Ihm wirkt diese unversiegbare Quelle. Er ist das Wort, das Fleisch wurde, versteht ihr? Wie glücklich könnt ihr euch schätzen!

Was sollten wir also tun? Er hilft euch hier, Er erhebt euch über das Körperbewusstsein und führt euch durch die "schmale Pforte und den engen Weg". Er führt euch zum Leben und gibt euch ewiges Leben; und wenn ihr ins Jenseits geht, ist Er euer Begleiter. Er lässt euch niemals allein, durch alle Ebenen hindurch, bis Er euch mit dem Vater – Sat Naam – verschmelzen lässt, und euch so zum wortlosen Zustand bringt, der unbegreiflich, unvorstellbar ist.

Was gibt Er dem, der zu Ihm kommt? Er nimmt euch aus den Tiefen des Gifts der nach außen gerichteten Sinne, in die ihr jetzt eingetaucht seid. Er zieht euch heraus. Ihr wisst dann, wer ihr seid, ihr erkennt euch selbst: Ihr seid nicht der Körper. Ihr kommt mit Gott in Verbindung, der euch im Körper überwacht. Dann sorgt Er für euch. Wenn der Herr der Gerechtigkeit sieht, dass ihr unter dem Schutz einer solchen Kraft steht, was kann er dann noch tun? (Dharam Raj wird der Herr der Gerechtigkeit genannt; er belohnt und bestraft nach dem Gesetz: "Wie du säst, so wirst du ernten.") Wenn ihr unter den Schutz eines solchen Meisters kommt, wird eure ganze Abrechnung mit der negativen Kraft Ihm übertragen. Dann ist es nicht mehr die Aufgabe des Herrn der Gerechtigkeit, sich mit eurem Fall zu befassen!

Diese Dinge, die euch heute erklärt werden, sind nichts Neues, sie stehen bereits in den Heiligen Schriften.
Nun, und was tut Er weiter? Er lässt euch das Tonprinzip in euch hören; Er öffnet euer inneres Auge, so dass ihr das Licht Gottes sehen könnt. Er spricht nicht nur über die physische Welt, sondern über alle fünf Regionen.

Auch mohammedanische Meister sprachen davon: "Wenn man die Aufmerksamkeit von den sechs unteren Chakras zurückzieht und sich darüber erhebt, gibt Er euch eine Verbindung mit dem Ton, der vom Himmel kommt." Und der Name Gottes wird gegeben, der sich in den fünf Tönen – Panch Shabdi – offenbart. Das ist also ein Meister. Er hat eine äußere Gestalt wie ihr. Die Menschen erkennen ihn nicht. Auch einer der Jünger Jesu hat ihn nicht erkannt. Durch ihn wurde er schließlich ans Kreuz geschlagen. So sehen die Menschen zwar einen Meister, erkennen Ihn aber nicht als das, was Er ist.

Wer kann Ihn sehen? Wer kann Ihn erkennen? Nur der, von dem Er (der Meister) es will. Wir können Ihn nur soweit erkennen, wie Er sich selbst uns offenbart. Unser Meister gab dazu immer ein Beispiel: Wenn man in der Grundschule ist, gibt euch der Lehrer von all seinem Wissen nur soviel, wie es der Grundschule entspricht. Wenn man auf die höhere Schule kommt, lehrt er uns entsprechend dieser Stufe. Kommt man auf die Universität, lehrt er euch auf diesem Niveau. Ihr könnt Ihn also nur insoweit erkennen, wie ihr Ihn versteht.

Ich kann euch eine Geschichte aus meinem Leben erzählen: Als ich vielleicht fünf oder sechs Jahre alt war, sah ich, wie jemand eine leidenschaftliche Rede hielt. Ich schaute auf seinen Mund – woher kamen all diese Worte? Seht meine Naivität! Ich wunderte mich, woher all das kam.

Es kommt also darauf an, welche Stufe des Verstehens man erreicht hat. Ihr kennt euren Meister nur bis zu der Stufe, auf der Er sich euch offenbart. Wenn ihr Ihn erkannt habt, seid ihr selbst ein Meister: Einen Meister zu erkennen bedeutet, selbst ein Meister zu sein. Nur ein Meister kann den Wert eines anderen Meisters erkennen, niemand sonst. Versteht ihr diese Einzelheiten, diese kleinen Dinge, die ich euch dargelegt habe? Was die Aufgabe des Meisters ist auf der Ebene des Menschen? Er sagt nicht: "Ich bin gekommen", Er wird sagen: "Gott hat mich gesandt!" Doch Er begegnet euch auf der Ebene des Menschen; äußerlich sieht Er aus wie ein Mensch.

Die Meister kommen also von Zeit zu Zeit, die Welt ist niemals ohne sie. Nur die, die Sehnsucht nach Gott haben, können von Gott mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Denn Gott in uns kennt genau die Richtung, in die unser Gemüt strebt und wohin wir gezogen werden. Wenn wir also all unsere Hoffnung auf Ihn setzen, was geschieht dann? Dann muss Er sich um uns kümmern. Doch wir können uns Ihm nur in ganz seltenen Fällen hingeben. Es gibt viele Menschen, die Ihm ihren weltlichen Besitz geben können; sehr wenige, die mit ihrem physischen Körper das ganze Leben hindurch für Ihn arbeiten. Noch weniger sind es, die Ihm ihr Gemüt hingeben. Das ist ganz selten. Wir müssen also lernen, uns Schritt für Schritt hinzugeben, bis wir Ihm alles hingeben. Wenn jemand, der zu Ihm kommt, das tut, was geschieht dann? Dann wird er zu dem, was Er ist. "Wie du denkst, so wirst du!" Dann bleibt keine Aufmerksamkeit mehr für die äußeren Dinge übrig, nur für das höhere Selbst und Ihn.

So sagt Er: "Das Geschenk, das ihr vom Meister erhaltet, kann niemand sonst euch geben!" Er gibt euch Gott als Geschenk, seht ihr. Das heißt nicht, dass Er mehr ist als Gott, doch der offenbarte Gott im Menschen kann euch eine Verbindung mit Gott geben. Es heißt an einer Stelle, wenn Gott und der, in dem sich Gott offenbart, vor dir stehen, vor wem wirst du dein Haupt neigen? Vor Gott, oder vor dem Gott im Menschen, dem offenbarten Gott? Und es heißt: Verneige dich zuerst vor Gott, der sich im menschlichen Körper offenbart, und dann vor Gott! Denn wäre Er, in dem sich Gott offenbart, uns nicht begegnet, wie hätten wir Gott erkennen können? Das ist nur ein Vergleich – es ist eine Sache der Dankbarkeit.

Der Gottmensch ist nicht mehr als Gott. Gott ist Gott. Die Sonne ist die Sonne und ein Sonnenstrahl ein Sonnenstrahl. Die ganze Welt entstand aus einem Strahl, einem Wort von Ihm. Niemand kann das erfassen oder mit Worten beschreiben. Doch selbst wenn man das Werk dieses einen Strahls versteht, ist Gott die Gesamtheit aller Strahlen, alle Strahlen gehen von Ihm aus. Wie kann man also ermessen, was Gott ist? Versteht ihr, was ich sagen möchte?

Die Meister wie Kabir und Guru Nanak sagten, dass es niemanden gibt, der euch ein Geschenk geben kann, wie es der Meister gibt. Meister ist Einer, wie ihr wisst , er ist das Wort, das Fleisch wurde. Dieser menschliche Pol sagt niemals: "Ich bin der Handelnde." Denn er ist ein bewusster Mitarbeiter jener Kraft, die durch ihn wirkt. Das ist also die Mission, die den Meistern übertragen wird.

Eines Abends, um neun oder zehn Uhr, saß ich bei meinem Meister; Dr. Julian Johnson war auch dabei. Wenn ihr es Meister selbst überlasst und einfach bei Ihm sitzt, wird Er euch viele Fragen enthüllen. Wenn wir Ihm Fragen stellen, gibt Er die Antwort entsprechend dem, was wir wissen möchten. Doch wenn man es Ihm überlässt, wird Er manchmal über sich selbst sprechen – wer Er ist, was Er ist, aus welchem Grund Er hier ist. An jenem Abend erwähnte Er: "Nun, wir werden von Gott gesandt, um eine bestimmte Mission auszuführen, und wenn wir kommen, bringen wir unseren eigenen Mitarbeiterstab mit, um die Arbeit zu tun. Und wenn unsere Arbeit an einem Ort zu Ende ist, werden wir an einen anderen geschickt."

So sind also die Meister. Es ist ein großer Segen, einen lebenden Meister zu haben. Und was ist das Kriterium für einen Meister? Er muss euch zumindest vom Körper erheben, euer inneres Auge öffnen, dass ihr das Licht Gottes sehen könnt, und euer inneres Ohr öffnen, dass ihr den Tonstrom hören könnt. Das ist ein Anfangskapital, mit dem man beginnen kann. Wenn ihr das erhaltet, erfahrt ihr die zweite Geburt und geht durch die Tür des Todes und darüber hinaus.

Wer kann euch solche Geschenke geben? Selbst das ist erst der Anfang! Er stellt uns nicht nur auf den Weg, sondern kann uns auch im Inneren weiterführen. Das sind die Kriterien. Er schaut nicht darauf, wer ihr seid, welche äußeren Zeichen ihr tragt. Er sagt: "Ihr seid Menschen. Ihr habt den menschlichen Körper erhalten, den höchsten Rang in der Schöpfung. Ihr seid bewusste Wesen, beseelte Körper, Tropfen aus dem Meer allen Bewusstseins. Gott wohnt in euch und überwacht euch im Körper, so wie Er das ganze Universum überwacht." Wenn ihr Ihn finden wollt, so gelten die Worte von Prophet Mohammed, die ich euch vorher darlegte: "Ich bin so groß, dass kein Universum, hoch oder niedrig, mich in sich aufnehmen kann, doch ich wohne im Herzen eines 'momin' (Gurmukh oder Gottmenschen)." Wer kann Ihn also offenbaren?

Gott hat uns in die Welt geschickt, nicht wahr? Wir wurden geschickt. Einmal waren wir im Schoss Gottes. Schließlich sind wir Seine Kinder, nicht wahr, und wenn wir sehr unglücklich sind, wenn Er sieht, dass Sein Kind weint, dass es in großen Schwierigkeiten ist und große Qualen leidet – dann kleidet Er sich in einen menschlichen Körper, kommt hierher und bringt uns nach Hause zurück. Er sagt: "Komm, mein Kind, hier ist ewiges Leben für dich, voller Freude, Glück und beständigem Frieden. Warum willst du hier weiter in solchem Elend leben?"

Ihr werdet also Gott finden, mit dem der Meister euch verbindet. Und wo wohnt Er? Im menschlichen Körper – in jedem von uns. Gott wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand erbaut sind, Er wohnt in dem Tempel, den Er im Mutterleib erschaffen hat. Er ist in euch. Der Körper ist der wahre Tempel Gottes. Die, deren inneres Auge geöffnet ist, betrachten den menschlichen Körper als den Tempel Gottes. Die Symbole der sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft – Licht und Ton – findet man in den Nachbildungen des menschlichen Körpers: Sie sind kuppel- oder kopfförmig wie die Hindutempel, stirnförmig wie die Moscheen usw. Sie wurden für die errichtet, die mit der Suche zu Gott erst beginnen. Als Erinnerung daran, dass im Inneren des Menschen Licht zu finden ist und der Tonstrom in ihm erklingt.

Wir sind alle gleich – es gibt kein hoch, kein niedrig. Das, was in den Nachbildungen nur symbolisiert ist, liegt tatsächlich in euch. Das ist das Höchste. Durch großes Glück habt ihr den menschlichen Körper erhalten, und noch glücklicher könnt ihr euch schätzen, wenn ihr jemandem begegnet seid, der euch die göttliche Verbindung im Innern gegeben hat. Das solltet ihr von Tag zu Tag weiterentwickeln.

Deshalb sagen die Meister, wenn sie (in die Welt) kommen, dass der Nektar des ewigen Lebens in euch ist und man ihn erhalten kann, wenn man zu Füßen eines Meisters sitzt. Wenn ihr euch einer Gemeinschaft angeschlossen habt, dann nur, um Gott zu erkennen – um mit dieser Kraft in Verbindung zu kommen, die euch im Körper überwacht und das ganze Universum lenkt. Wenn ihr diese Verbindung habt, erhaltet ihr ewiges Leben. Erreicht das, und lebt dabei weiterhin in der Gemeinschaft, in der ihr leben möchtet. Wozu habt ihr euch den verschiedenen Gedankenschulen angeschlossen? Um Gott zu erkennen – nicht, um Bräuchen zu folgen oder bestimmte Zeichen zu tragen. Das wird nur der Fall sein, wenn ihr, während ihr in eure Tempel geht und in eurer Gemeinschaft lebt, euch erhebt und den Stand erreicht, den die jeweiligen Meister euch als Ziel vor Augen gehalten haben.

Es gibt Gott. Alle Menschen sind gleich, sie haben dieselben Vorrechte von Gott erhalten – keiner ist hoch oder niedrig, wie in einer Schulklasse, in der Menschen verschiedener Konfessionen, die ihre eigenen äußeren Kennzeichen haben, alle gemeinsam lernen. Die ganze Menschheit hat die verschiedensten äußeren Zeichen, Bräuche und mehr, aber alle lernen in derselben Klasse – bei wem? Bei einem Meister, um Gott zu erreichen. Er trägt keine speziellen äußeren Zeichen, die man annehmen muss, und greift nicht in eure Gemeinschaft ein. "Sie kommen, um zu erfüllen, nicht, um zu zerstören." Das beschreibt, was ein Meister ist.

Könnt ihr euch Seine Größe auch nur im Traum vorstellen? Anfangs, als ich zu meinem Meister ging, fragten mich die Menschen: "Wie groß ist Er?" Ich sagte ihnen einfach: "Ich weiß nicht, wie groß Er ist, doch ich weiß, dass Er viel größer ist, als ich begreifen kann." Versteht ihr? Wer kann gleich zu Anfang die Größe eines Menschen in ihrer ganzen Tiefe verstehen? Man kann nur soviel verstehen, wie Er uns von sich enthüllt. Manche verwechseln Ihn auch mit falschen Propheten, die auch ab und zu kommen. Als ich nach Italien kam, war zuvor ein Yogi dagewesen, der dort gelehrt hatte. Zwei Männer kamen zu mir und beschwerten sich über ihn: "Alle Yogis sind gleich, wir wollen auch dich nicht hören", und anderes mehr. Sie gingen von der Erfahrung aus, die sie gemacht hatten. Am nächsten Tag, als sie bei der Meditation anwesend waren, waren sie dankbar.

Damit möchte ich sagen: "Nicht alle sind gleich." Nicht alle tragen das Fell eines Löwen, doch einige haben ein Löwenherz. Wenn ihr zu den Füßen eines Löwen kommt, braucht ihr euch vor keinem anderen Tier im Dschungel zu fürchten. Glücklich sind also diejenigen, die zu Füßen eines Meisters geführt werden. Deshalb heißt es: "Es ist ein großer Segen, einen Meister zu haben." Wie groß Er ist!

Das erste, was euch ein Meister gibt, ist: Er erklärt euch, dass die 'Fabrik' eures Körpers von euch betrieben wird. Ihr habt verschiedene 'Abteilungen' im Körper, genau wie in einer Fabrik. Diese verschiedenen Abteilungen sind Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Der äußere Ausdruck der Seele wird Aufmerksamkeit genannt. Wenn ihr eine Abteilung der Fabrik stilllegen wollt, dann unterbrecht ihr die Energieversorgung zu dieser Abteilung. Damit ist sie stillgelegt und arbeitet nicht mehr weiter. Wenn man die ganze Fabrik stilllegen will, schaltet man den Hauptschalter aus. Ähnlich ist es bei euch; ihr belebt den ganzen Körper. Der Meister zeigt euch, wie ihr eure Aufmerksamkeit zurückziehen könnt, wie ihr die Verbindung zu den einzelnen Abteilungen unterbrechen könnt. Es gibt zehn Abteilungen (fünf grobe und fünf feine): das Sehen durch die Augen, das Hören durch die Ohren, das Riechen durch die Nase, das Schmecken über die Zunge und das Fühlen durch die Haut. Er (der Meister) kann euch zeigen, wie man sich über sie alle erhebt und dort am Augenbrennpunkt bleibt. Wenn ihr erkannt habt: "Ich bin es, der all diese Abteilungen arbeiten lässt", könnt ihr sie ganz nach eurem Willen benützen; ihr werdet von ihnen nicht hin- und hergezogen so wie jetzt, das ist der Unterschied. Jetzt werdet ihr noch mitgezogen. Die äußeren Vergnügungen ziehen unsere Sinne an, die Sinne das Gemüt und das Gemüt den Intellekt. Die arme Seele wird am meisten unterjocht, obwohl sie allen ihre Kraft gibt.

Das erste ist also, dass Er euch durch Selbst-Analyse über den Körper erhebt. Jemand fragte heute morgen, was mit 'Selbst-Analyse' gemeint ist. Es bedeutet nicht, sich durch Gefühle oder intellektuelle Schlussfolgerungen zu erkennen. Sondern es bedeutet, dass ihr einen Auftrieb erhaltet, damit ihr euch dorthin erheben könnt, von wo aus ihr alle Abteilungen belebt. Wenn ihr dorthin kommt, erhaltet ihr das Wasser des Lebens – dort könnt ihr den Nektar des Lebens trinken.

Was geschieht, wenn ihr diesen glücklichen Zustand erreicht? Ihr möchtet diesen Nektar nicht mehr aufgeben, dann seid ihr fähig, auf der Ebene oder durch die 'Abteilungen' (der Sinne), durch die ihr wollt, zu arbeiten, aber ihr werdet nicht blind mitgezogen. Das ist der Unterschied zwischen einem, der verwirklicht ist, und einem, der es noch nicht ist, der erst auf den Weg dorthin gestellt wurde.

Seht ihr, jeder Mensch wird von seiner wahren Quelle angezogen. Die Seele ist vom selben Wesen wie Gott. Wenn sie von allem Äußeren frei ist, dann möchte sie von sich aus zu Gott gehen. Die Flamme einer brennenden Kerze zeigt immer nach oben, denn die Sonne ist die Quelle des Lichts in dieser Welt. Die Seele ist das Licht Gottes. Wenn wir ganz von außen zurückgezogen sind, möchte unsere Seele von selbst zu Gott gehen. Das ist ganz natürlich. Man kann einen Lehmklumpen noch so hoch zum Himmel werfen, er wird doch auf die Erde zurückfallen, die sein Ursprung ist. Wenn ihr euch von allen nach außen gerichteten Sinnen löst, werdet ihr natürlich Gott sehen – wenn ihr hier (zum Dritten Auge) kommt. Jeder möchte zu seinem Ursprung zurückkehren.

Das gibt der Meister als erstes. Er gibt euch die zweite Geburt; Er lässt euch zum zweiten Mal geboren werden. Das kann man nur erhalten, indem man sich über das Körperbewusstsein erhebt. So wie man beim Tod den Körper verlässt. Das gibt Er uns. Von da an möchte die Seele von sich aus nach oben gehen. Es ist nur die physische Hülle, die euch nach außen zieht.

Der Meister hilft euch hier und im Jenseits. Weltliche Lehrer können euch nicht ins Jenseits erheben, sie können nicht einmal vom Jenseits sprechen, geschweige denn, euch dahin bringen. Er sagt: "Sitze zu den Füßen eines Meisters, der dir jetzt helfen kann, und der auch die Macht hat, dir zu helfen, wenn du den Körper verlässt." Weltliche Freunde und Bekannte lassen einen im Stich, wenn sich ihre Vorstellungen nicht erfüllen; manche verlassen euch, wenn ihr in Armut kommt, manche bei Schwierigkeiten, manche bei Krankheit. Selbst die, die euch wirklich treu sind, werden euch am Ende des Lebens verlassen müssen. Wenn ihr im Sterben liegt, kann niemand euch helfen; die, die euch lieben, können nur sagen: "Oh Gott, hilf diesem Menschen!" Doch hier hilft euch der Meister, indem Er euch lehrt, wie man sich über das Körperbewusstsein erhebt, indem Er euch lehrt 'zu sterben, damit ihr zu leben beginnen könnt.' Er zeigt euch das gleich am Anfang. Wenn ihr euch täglich erhebt, wo bleibt dann die Furcht vor dem Tod? "Ich sterbe täglich", sagte Paulus. "Nehmt täglich das Kreuz auf euch." Dies ist das Kreuz. (Meister zeigt auf Seinen Körper.) Geht nach oben.

Das also tun die Meister gleich zu Beginn. Sie führen euch in der Astralebene und ebenso in den höheren Ebenen. Er verlässt euch nicht bis zum Ende der Welt, und das geht weiter bis zu den überkausalen Ebenen und weiter bis zu den Regionen reinen Bewusstseins. Unser Bestimmungsort liegt sehr weit entfernt, und wir kriechen im physischen Körper auf der Erde herum. Guru Nanak betet: "Oh Gott, Du lebst im Jenseits, über allem; ich krieche auf der Erde herum. Wie kann ich Dich erreichen? Ich weiß nicht, welcher Weg zu Dir führt. Eng ist das Tor und schmal der Weg, der zum Leben führt – ich kenne ihn nicht." Viele Menschen führen Bußübungen aus, bestimmte Techniken, Meditationsarten, aber sie finden keinen Weg, der herausführt. Der Mensch fragt sich: "Wie kann man den Weg nach oben finden?" Und dann, wenn er gescheitert ist, betet er: "Oh Gott" oder "Oh Heiliger, Du gehst jeden Tag zu Gott. Kannst Du Ihm bitte sagen, in was für einem Zustand ich bin? Ich weine nach Ihm. Tränen rollen mir (die Wangen) herab. Ich möchte zu Dir kommen, doch ich weiß nicht, welcher Weg zu Dir führt. Ich bin im Dunkeln – kannst Du mir bitte helfen?" Wenn man Hilfe braucht, dann wendet man sich an jemanden, der sie einem auch geben kann. Als ich sie brauchte, betete ich: "Oh Gott, wenn Du irgendwo auf der Erde bist, komm bitte zu mir!" Und Er kam zu mir, durch Seine Gnade. Ich dachte, es sei Guru Nanak. Gott hört uns. Was tut Er dann? Er schickt jemanden, der die Seele zurückruft. (Gott sagt:) "Bring diese Seele zurück zu mir!" Wenn der Meister zu euch kommt, dann wisst , dass Er von Gott gesandt wurde, um euch in eure Heimat zurückzubringen. Was solltet ihr tun? Wenn ihr verheiratet seid und euer Ehemann nach euch schickt, möchtet ihr dann, dass eure Eltern oder jemand anders euch fragt: "Warum gehst du wieder zurück?" Ihr sagt einfach: "Ach, ich gehe zu meinem Mann, er hat nach mir geschickt!"

Die Welt sagt soviel über die, die auf den Weg gestellt wurden. Habt keine Angst. Es ist wie bei einer Henne, die mit ihren eigenen Eiern auch Enteneier ausbrütet. Wenn die Küken ausschlüpfen, haben die Entenküken natürlich andere Verhaltensweisen als die Hühnerküken. Wenn sie an einen Teich kommen, springen sie hinein. Die Henne und die kleinen Hühner schreien: "Oh weh, ihr werdet ertrinken!" In Wirklichkeit ertrinken sie nicht, seht ihr, sie folgen nur ihrer Natur. Wenn ihr also zu einem Lehrer kommt, so lasst die Leute über euch sagen, was sie wollen – ihr wisst , wohin ihr geht.

Das war in wenigen Worten, was ich euch sagen wollte: Welches Ziel vor uns liegt und was für ein Glück es ist, dass wir auf den Weg gestellt wurden. Nun müssen wir uns anstrengen, seht ihr. Das kostet euch nichts. Unser Meister sagte immer: "Was kostet es euch? Ein oder zwei Stunden Schlaf!" Statt acht Stunden zu schlafen, schlaft sechs! Ihr müsst für nichts bezahlen, es ist eine Gabe der Natur. So wie alle anderen Gaben der Natur ist sie kostenlos.

Als ich die letzten beiden Male hier war – und so ist es auch in Indien – hielt ich meine Vorträge kostenlos: keine Eintrittskarten, keine Spenden. Warum? Weil es ein Geschenk Gottes ist, es muss kostenlos weitergegeben werden. Wisst ihr, was in den Büchern, die ich geschrieben habe, steht? Keine Rechte vorbehalten. Ich weiß, dass es ein Geschenk Gottes ist. Ich gratuliere euch also; wozu? dass ihr auf den Weg gestellt wurdet. Die, die auf den Weg gestellt wurden, können niemals untergehen. Niemand kann euch Gottes Hand entreißen, der das Wort ist, das Fleisch wurde. Wendet Ihm einfach euer Gesicht zu, gehorcht Seinen Anweisungen, haltet Seine Gebote. Das ist alles. Es ist zu eurem eigenen Vorteil.

Ihr seid also hier aus verschiedenen Teilen des Landes zusammengekommen, und ihr könnt euch glücklich schätzen, denn ihr habt gehört, was ein Meister ist. Ich habe euch nichts Neues erzählt, es steht in den Heiligen Schriften. Wir glauben nicht, ehe wir nicht selber sehen. Lebt einfach danach! Ihr werdet selber sehen, dass das, was in den Schriften steht, alles wahr ist. Es gibt einen Heiligen namens Dadu. Er sagt: "Ich spreche von dem, was ich sehe; andere sprechen von dem, was sie gelesen oder gehört haben." Das ist der innere Weg. Er ist in jedem von euch. Und der Weg, auf den ihr gestellt wurdet, ist der einfachste, natürlichste Weg, denn ihr habt am ersten Tag etwas erhalten, mit dem ihr beginnen könnt, ihr müsst es euch nicht erst verdienen.

Auch ich schätze mich glücklich: Ich sehe euch alle: die, die auf den Weg gestellt wurden, und die, die auf den Weg kommen möchten. Was mich als einziges noch glücklicher machen würde, ist: Lebt nach den Anweisungen des Meisters! Führt ein rechtschaffenes Leben – und das ist die wahre Lebensweise. Je weiter ihr auf dem Weg fortschreiten könnt, während ihr auf der Erde lebt, desto besser. Während des irdischen Lebens könnt ihr schneller fortschreiten als im Jenseits. Seid Gott dankbar, der euch diese Möglichkeit gibt. Es ist Gott, der solche Gelegenheiten gibt. Das einzige, das noch zu tun bleibt, ist, nach dem zu leben und das zu tun, worum ihr gebeten worden seid. Wenn ihr initiiert und damit auf den Weg gestellt worden seid und nicht nach den Anweisungen lebt, was werden die anderen sagen, wenn ihr in Begierde, Ärger und andere Dinge fallt wie jeder andere auch? Was werden sie sagen? Wen werden sie dafür verantwortlich machen? Ihre Kritik wird sich gegen die Lehre der Heiligen richten. Wisst ihr, was Jesus sagte? "Wer auch immer etwas gegen den Menschensohn sagt, dem kann vergeben werden, doch wer gegen den heiligen Geist spricht, dem wird nicht vergeben!" Habt ihr die Bibel gelesen? Wenn ihr etwas gegen den heiligen Geist sagt, der euch gegeben wurde, wird Gott euch nicht vergeben. Was also noch bleibt, ist, dass ihr euch an das Tagebuch haltet und alle Unvollkommenheiten ausmerzt. Setzt regelmäßig Zeit für eure Meditationen ein, schreitet von Tag zu Tag fort. Die Hilfe wird kommen: Je mehr Hilfe ihr braucht, desto mehr wird kommen. Je mehr das Feuer brennt, desto mehr Sauerstoff kommt hinzu – ohne dass man darum bitten muss. Ich  möchte also sagen, dass ich euch dankbar bin, dass ihr die Mühe auf euch genommen habt, aus den verschiedenen Teilen des Landes hierher zu kommen; es ist ein sehr abgelegener Ort, doch zum Glück direkt in der Natur. Die Natur spricht mehr, als Worte sagen können, mehr als Bücher. In den Bächen sind Bücher enthalten und Reden in den Steinen.

Dies war ein zeitlich begrenzter Aufenthalt für ein paar Tage; ich habe euch gebeten, das Beste aus eurem Aufenthalt hier zu machen, gleich am ersten Tag. Jetzt fahrt ihr wohl alle zurück, doch vergesst nicht, was ihr gelernt habt. Nehmt euch soviel Zeit, wie es nur möglich ist bei eurem geschäftigen Leben. Das wird in eurem eigenen Interesse sein. Wenn im Staatsdienst einige Stellen frei sind, werden sie manchmal mit Leuten (aus den eigenen Reihen) besetzt, die befördert werden, und manchmal, indem man die Stelle ausschreibt. Je mehr ihr also während des irdischen Lebens fortschreitet, umso mehr werdet ihr zu den höheren Ebenen geführt.

Meine guten Wünsche sind mit euch. Jene Kraft – die Christuskraft oder Gotteskraft – verlässt euch nie. Bleibt in Verbindung – darum möchte ich euch bitten: Bleibt durch Korrespondenz in Verbindung. Was ihr erhalten habt, ist das, was ich von meinem Meister erhielt. Ich denke, es ist das Beste, was es gibt, das, worauf alle Heiligen Schriften hinweisen. Ich glaube nicht, dass es etwas Höheres gibt als das, doch wenn ihr durch Zufall etwas findet, das höher ist – dann bitte geht nicht allein, nehmt mich mit! (Lachen) Nein, seht, ich mache keinen Spaß. Es geht uns um die Wahrheit – wenn es woanders mehr über die Wahrheit gibt, sind wir bereit (dorthin zu gehen). Doch bis jetzt habe ich nicht mehr gefunden; auch die Heiligen Schriften erwähnen nichts, was darüber hinausgeht. Das bedeutet, meidet jede Propaganda. Nehmt euch in acht vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern kommen.

Bleibt in Verbindung, das ist alles.

Es war für mich ein sehr großes Fest hier, mit euch allen. Vielleicht hat es euch gefallen, doch ich denke, vor allem hat es mir gefallen. Das ist alles, was ich sagen kann. Setzt soviel Zeit wie möglich ein, nehmt euch die Zeit von eurem geschäftigen Leben! Schließlich lassen wir manchmal Unwichtiges bei Seite, wenn es um etwas Wichtiges geht. Dies ist das Allerwichtigste. Das ist eure privateste, persönlichste Angelegenheit. Es ist eine falsche Einstellung, keine Zeit dafür zu haben. Nein, nein, das ist sehr wichtig; andere Dinge sind nicht so wichtig, die können wir eventuell "in den Papierkorb werfen". – Gut, das ist in wenigen Worten, was ich zu sagen hatte.