Sant Kirpal Singh, 25. Dezember 1971, Manav Kendra

 

"Welcher Geburtstag hat für Dich die größere Bedeutung, der 25. Dezember oder der 6. Februar?"

Jeder Tag ist ein Geburtstag, jeder Tag ist der wichtigste Geburtstag. Ihr könnt euch glücklich schätzen, denn ihr seht euren Meister im physischen Körper. Ich bin nicht so gesegnet. Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Meister im physischen Körper und dem Meister im Jenseits. Wenn Er sich mit euch auf derselben Ebene be­findet, dann ist es, wie wenn man fliegt, voller Freude und Berauschung. Obwohl der Meister den Initiierten nicht verlässt bis zum Ende der Welt – mit Ihm zusammen auf derselben Ebene zu sein, ist ein unaussprechliches Glück. Was für eine Freude ist es doch, wenn wir mit unserem Meister im physischen Körper zusammen sind; wir können es nie mehr vergessen. Wenn wir uns an jene Tage erinnern, fließen uns die Tränen über die Wangen, das Herz zerspringt uns fast. Er ist nicht von uns getrennt. Ich weiß, dass er (mein Meister) in mir ist. Trotz all dem ist die physische Gegenwart nicht zu unterschätzen. Deshalb sage ich euch, dass ihr euch glücklich schätzen könnt. Ich nicht. Das heißt nicht, dass mein Meister nicht in mir ist. Er ist bei mir. Nicht einmal für einen Augenblick ist er von mir getrennt. Doch auf derselben Ebene zusammenzusein, ist ein großer Segen. So sollte jeder Tag mit Ihm als Weihnachtstag gefeiert werden, nur deshalb seid ihr hierher gekommen, um euch daran zu erfreuen. Nur das Essen und Trinken zu genießen, ist keine wirkliche Freude. Wir sollten uns darüber freuen, auf dem Weg zu sein. Wenn wir auf dem Weg fortschreiten, sollten wir uns Seiner im Inneren wie im Äußeren erfreuen. Als mein Meister den physischen Körper verließ, sagte ich zu jenen, die mich fragten: "Schaut her, wenn ein Beamter sich in seinen Privatbereich zurückzieht, beauftragt er einen Burschen, seine Arbeit weiterzuführen." Genauso wie jetzt jemand seine Arbeit ausführt und seine Lehren verbreitet.

Ihr seht, wie gesegnet ihr seid, doch macht den besten Gebrauch davon. Der Mei­ster mag Hunderttausende von Kilometern von euch entfernt sein, aber wenn ihr Empfänglichkeit entwickelt, könnt ihr beim Satsang genau dieselbe Glückseligkeit erfahren wie in der physischen Gegenwart des Meisters. Kabir sagt: "Wenn dein Mei­ster sich auf der einen Seite der sieben Meere befindet und du dich auf der anderen, so richte einfach deine Aufmerksamkeit auf Ihn und du wirst alle Glückseligkeit er­fahren." Möge es nie einen Tag geben, an dem ihr euren Meister vergesst. Mit dem Meister in Verbindung zu bleiben ist ein großer Segen. Auf diese Weise fallt ihr nicht in niedere Bestrebungen zurück. Wenn ihr euch bewusst seid, dass euer Meister euch jeden Augenblick eures Lebens sieht, wie könnt ihr dann etwas Falsches tun? Ihr seid also sehr gesegnet, ich wünsche euch frohe Weihnachten.

Die Christuskraft ist immer dieselbe Kraft, die in verschiedenen Polen wirkt, ob sie nun in Jesus wirkte oder in einem anderen Meister, das macht keinen Unter­schied. Die Christuskraft stirbt niemals, dessen müsst ihr euch bewusst werden. In richtiger Weise Seiner zu gedenken und den Geburtstag eines Meisters zu feiern be­deutet, ein Leben entsprechend Seiner Lehre zu führen. So sollten wir täglich feiern! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – wie du denkst, so wirst du! Wenn ihr euch täg­lich mit schmerzendem Herzen an Ihn erinnert, wie gesegnet werdet ihr sein! Die Ein­heit besteht – wir haben sie vergessen. Wir sollten den Geburtstag des Meisters täg­lich feiern, mit jedem Atemzug. Guru Amar Das sagt: "Wenn ich Ihn auch nur für einen Augenblick vergesse, ist es mir, als wäre eine Million Jahre vergangen!" Der Meister ist das innerste Leben des Schülers. Vergesst Ihn nicht! Nichts weiter als das braucht ihr zu tun, und ihr werdet zu dem, was Er ist. Doch wir denken nur an weltli­che Dinge. Wenn eure Aufmerksamkeit immer auf den Meister gerichtet ist, also auf höheres Bewusstsein, werdet ihr von Ihm erfüllt sein. Alles was in Ihm ist, wird auf euch übertragen, ohne dass ihr darum zu bitten braucht. Ihr werdet zum Sprachrohr des Meisters.

 

Es gibt eine Begebenheit aus dem Leben eines Heiligen mit Namen Bheek. Sein Schüler dachte immer an ihn, er vergaß Gott, er wiederholte immerzu: "Oh Bheek, oh Bheek, oh Bheek!" So erinnerte er sich beständig an seinen Meister, indem er sei­nen Namen wiederholte. Während der mohammedanischen Herrschaft war es ein schweres Verbrechen zu sagen, dass Bheek Gott sei. Für sie war Gott jemand anderes. (Die Gesetze der damaligen Gesellschaft waren sehr streng.) Jemand fragte ihn: "Wer ist dein Gott?" "Bheek, Bheek ist mein Gott!" "Wer ist dein Prophet?" "Bheek ist mein Prophet!" So etwas zu sagen war damals ein schweres Verbrechen, und so wurde er zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde gefällt und dem König zur Bestätigung vorgelegt. Der König lud ihn vor und sah, dass seine Augen gottbe­rauscht waren. "Wer ist dein Gott?", fragte der König. "Mein Gott ist Bheek." "Wer ist dein Prophet?" "Bheek ist mein Prophet!" "Lasst ihn los", (befahl der Kö­nig). "Warum? Er wird fortlaufen!", (meinten die Priester). "Keine Angst, in ihm ist eine Berauschung, (er wird nicht fortlaufen)." Dann bat ihn der König: "Schau her, dein Meister, Bheek, ist sehr gut! In unserem Land gab es schon lange keinen Regen mehr, kannst du bitte zu deinem Bheek beten, dass er uns Regen schickt?" "Gut, ich werde ihn darum bitten." "Wann kommst du zurück?" "Übermorgen im Laufe des Tages." So ging er fort. Am nächsten Tag regnete es in Strömen, und am dritten Tag kehrte er wieder zurück. (Der König sagte:) "Vielen, vielen Dank deinem Bheek, der uns soviel Regen schickte." Was tat der König? Er ordnete an, die staatlichen Ein­nahmen von einundzwanzig Dörfern an seinen Meister zu schicken, so dass der Mei­ster sie für all jene verwenden könne, die zu ihm kommen. "Oh nein, so etwas werde ich meinem Meister nicht bringen, dafür hat er nichts übrig. Er beachtet weltliche Dinge nicht." Als er zu seinem Meister zurückkehrte, sagte dieser zu ihm: "Du warst eins mit mir und ich war eins mit Gott, und so wurde das, worum du gebeten hast, gegeben." "Warum hast du es erfüllt?" "Damit die Welt es erkennt", antwortete sein Meister. Liebevolle Erinnerung an Ihn ist das Endergebnis aller Übungen. All diese Übungen führen wir nur aus, um sicher zu gehen, dass wir Ihn in guten und in schlech­ten Zeiten nicht vergessen. Wie du denkst, so wirst du.

Feiert den Geburtstag eures Meisters täglich. Er ist nicht der physische Körper, Er wirkt durch einen physischen Körper, und die, die Ihn auf derselben Ebene sehen, sind sehr gesegnet. Jeder Augenblick, in dem wir mit Ihm zusammen sind, ist kost­bar, denn auf diese Weise bekommt ihr die Lehre auf beide Arten: ein Drittel durch Worte und zwei Drittel durch Empfänglichkeit. Ich denke, das ist es, was ich euch einschärfen möchte: Werdet selber der Meister. (So wie Paulus sagte:) "Jetzt bin nicht mehr ich es, sondern Christus, der in mir lebt." Versteht ihr? Warum macht ihr all die Übungen? Um Ihn im Inneren zu sehen, um Ihn überall zu sehen, wohin auch immer ihr eure Aufmerksamkeit richtet.

Er ist nicht Sohn eines Menschen, Er ist Gott im Menschen. Wenn Er euch einmal initiiert hat, wird Er euch nicht mehr verlassen bis zum Ende der Welt. Ihr könnt in den äußersten Winkel der Welt gehen, diese Kraft wird euch nicht mehr verlassen. Was immer geschehen mag, Er liebt Sein Kind. Wenn euer Kind mit Schmutz besch­miert ist, werft ihr es hinaus? Ihr werdet es waschen und an euer Herz drücken. Aber jene, deren Blickwinkel nur auf den physischen Körper beschränkt ist, können diese Geisteshaltung des Meisters nicht verstehen.

So wünsche ich euch frohe Weihnachten in jedem Augenblick eures Lebens. Ihr seid glücklicher daran als ich, seht ihr. Ich spreche von der physischen Ebene – ver­steht mich nicht falsch. Ja? Noch eine Frage?

"Warum bist Du für uns gekommen? Warum?"

Ich bin euer Freund.

"Warum bist Du nicht mit Deinem Meister zusammen geblieben?"

Ich habe Anweisungen. Ich habe Anweisungen, denen ich gehorchen muss. Ich war nicht gewillt, auch nur einen Augenblick nach ihm zu leben. Mein ganzes Leben lang bat ich darum, (dass ich vor ihm gehen sollte). Physisch wurde ich 1924 initiiert, doch ich war bereits sieben Jahre, bevor ich ihn (im Äußeren) traf, in den inneren Ebenen mit ihm zusammen. 1927 hatte ich eine Vision. Ich sah, dass der Meister uns verließ, das war einundzwanzig Jahre bevor es tatsächlich geschah. Solange er lebte, hatte ich keinen Augenblick der Freude mehr, denn immer war dieser stechende Schmerz in mir. Ich wusste, dies war der Dorn der Trennung, der mich erwartete. So betete ich immer: "Geliebter Meister, lass mich vor dir gehen!" Er sagte: "Nein, du musst das Werk fortführen!" "Warum? Warum? Warum muss ich nach dir noch weiterleben?" Anweisungen kann man nicht in Frage stellen.

Gurmat Sidhant ist ein Buch, das von mir geschrieben wurde – durch meine Hand, möchte ich sagen, nicht von mir, vom göttlichen Meister in mir. Ich schrieb etwas und brachte es dann Meister und las es ihm vor, damit er seine endgültige Zu­stimmung dazu gab. Einmal beschrieb ich, was mit einem Initiierten geschieht, der weiterleben muss, nachdem sein Meister den Körper verlassen hat. Es war eine sehr anschauliche Darstellung. Der Name des Meisters war Dadu, er hatte einen Initiier­ten, der nicht zugegen war, als der Meister den Körper verließ. Als der Schüler zu sei­ner Grabstätte kam, legte er sich auf das Grab und wiederholte immer wieder die Worte: "Oh Meister, ohne dich kann ich nicht einmal einen Augenblick mehr leben. Es ist unerträglich!" So verließ er den Körper. Der zweite Guru der Sikhs wurde zum Einsiedler, als sein Meister den Körper verließ, um niemandem sein Gesicht zu zei­gen. Ohne den Meister zu leben ist sehr schwierig, es ist unerträglich. Wir wissen zwar, dass der Meister niemals vom Initiierten getrennt ist, selbst wenn Er Seinen physischen Körper verlässt, aber der Initiierte als Sohn eines Menschen leidet sehr. Sogar jetzt, wenn ich mich an meinen Meister erinnere, beginnen die Tränen zu flie­ßen. Doch er hinterließ mir Anweisungen. Warum? Da gibt es kein warum!

Als ich ihm diesen Teil aus dem Gurmat Sidhant vorlas, sagte er: "Das ist alles richtig, Kirpal Singh, lies es noch einmal!" Ich hatte gerade zwei oder drei Sätze vor­gelesen. Da las ich es ihm noch einmal vor und wieder sagte er: "Kannst Du es bitte noch einmal vorlesen?" Wieder las ich es. Vielleicht wollte er mir damit sagen: "Du armer Kerl, dasselbe Schicksal erwartet dich." Vielleicht wollte er mich darauf vorbe­reiten: "Du armer Kerl, du wirst genau dasselbe Schicksal nach meinem Weggang er­leiden." Es gibt so viele süße Erinnerungen an den Meister, seht ihr. Das ist das ein und alles. Ein Dichter sagt: "Im Paradies zu leben ohne meinen Meister ist die Hölle für mich. Aber mit meinem Meister selbst in der Hölle zu leben, ist das Paradies für mich." Doch diese Worte können nur von denen richtig verstanden werden, die wirk­lich dem Meister ergeben sind.

Wenn euer Sohn oder eure Mutter stirbt, wie traurig seid ihr dann. Gott sei Dank habe ich nie wegen solcher Anlässe Traurigkeit empfunden. Es ist eine große Täu­schung, dieses Leid, das ihr normalerweise empfindet, wenn die physischen Ver­wandten gehen. Aber wie ist es dann bei der spirituellen Verwandtschaft? Wie auch immer, mit dem Meister zusammenzusein ist ein großes Glück. Jene Gotteskraft ver­lässt euch nie. So macht also den besten Gebrauch von eurer Zeit auf der physischen Ebene.

 

Einmal geschah es, dass mein Meister zum ersten Male fotografiert wurde. Ich war dabei. Er ging von einer Stelle zur anderen und ich folgte ihm. An einem Ort betrat ein Gutsbesitzer den Raum. Als er neben dem Meister stand, bat er ihn: "Meister, kannst du mir bitte einen Abzug von deinem Foto geben?" Die Wege des Meisters sind sehr geheimnisvoll. Er sagte zu ihm: "Schau her, sogar Kirpal Singh möchte ei­nes, aber ich gebe es ihm nicht." Ich saß draußen. Geheimnisvoll sind seine Wege. Später sagte ich: "Geliebter Meister, ich weiß, dass deine Liebe zu deinem Meister die größte ist. Keiner kann ermessen, wieviel Liebe du für ihn hast, könntest du mir nicht ein Foto von dir geben?" "Nein, nein, ... sicher werde ich dir eines geben!" Es war das erste Mal, dass er fotografiert wurde.

Wenn ihr Liebe habt, ist das das Heilmittel für alles. Liebe ist Gott und Gott ist Liebe. Doch wenn ihr eine solche Ehe wollt, wie ihr sie jetzt habt, ist es nichts Gutes.

"Ich bin noch so jung und egoistisch, ich frage mich, ob Du mir versprechen kannst, dass Du hundertzwanzig Jahre alt wirst."

Gott über uns (ist der Handelnde). Es ist alles Sein Wille. So versucht der Meister im­mer, die Liebe des Schülers zum Meister schneller wachsen zu lassen. Denn Er weiß, wie es bei Seinem eigenen Meister war.

Guru Nanak arbeitete in einem Geschäft und wog für die Kunden Weizen ab: "Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs .... zwölf und dreizehn!" Dreizehn heißt 'tera' auf Punjabi. Tera bedeutet aber auch: "Ich bin Dein, oh Gott!" Als er das dreizehnte (Kilo) abwog, 'tera', wurde er berauscht und begann, (das Korn) scheffelweise abzu­wiegen. Wenn Heilige an ihren Meister denken, sind sie mit unbeschreiblicher Berau­schung erfüllt, seht ihr?

Guru Gobind Singh, dessen Geburtstag gestern gefeiert wurde, war sowohl ein Heiliger als auch ein Avatar. Einmal fand man ihn in süßer Erinnerung an Gott ver­sunken. Er wiederholte immer wieder: "Du bist es, Du bist es, Du allein bist es!" 'Tuee' bedeutet: Es gibt nur Dich allein, es gibt nichts außer Dir, Du bist alles, was es in der Welt gibt. Er war in Meditation versunken: "Tuee, Tueehem – Du bist alles, Du bist in allen!" Er wurde von Berauschung erfüllt und wiederholte drei Tage und drei Nächte: "Tuee, Tuee, Tuee – alles bist Du, oh Herr, alles ist Gott!"

Wie können wir uns das vorstellen, wie können wir die Worte der Meister schät­zen? Lasst uns solche Liebe für Meister in uns haben! Wenn ihr eine Stunde lang auf diese Weise die (üblichen) Bußübungen ausführt, wird euch das mehr Glückseligkeit bringen als hundert Jahre Buße. Denn der Sinn, warum wir all dies tun, ist, Liebe in uns zu entwickeln.

Wenn ihr Meister für einen Menschen haltet, was werdet ihr dann erlangen? Eine menschliche Beziehung, eine physische Verwandtschaft. Wenn ihr Ihn als reichen Mann anseht, werdet ihr (Reichtum) von Ihm erhalten. Wenn ihr Gott in Ihm seht, dann werdet ihr Gott werden. Hunderte kommen zum Meister mit verschiedenen Absichten, nur sehr wenige kommen mit dieser Haltung. Guru Ram Das sagt: "Geht und bringt alle Reichtümer der Welt, vom Land und vom Meer, bringt Gold und Edelsteine und legt alles vor einen ergebenen Initiierten des Meisters und fragt ihn: 'Möchtest du diesen Reichtum der ganzen Welt, oder möchtest du den Meister?'" Meister ist alles in allem! Doch wenn wir etwas tun, setzen wir nicht Meister an die erste Stelle, sondern die Welt.

Wenn ihr die Weihnachtsbotschaft verstanden habt, dann könnt ihr selbst Heilige werden, denke ich. Ihr seid der Herr. Ihr seid Mikro-Götter. Der Vater möchte von Seinen Kindern, dass sie weiter fortschreiten als Er. Alle Kinder, die zu Ihm kommen, sollten Heilige werden. Warum schiebt ihr es hinaus? Er möchte einfach nur, dass ihr Seine Anweisungen befolgt. Ihr befolgt lieber die Anweisungen des Gemüts als die Anweisungen des Meisters. Wir ziehen die Anweisungen der Welt den Anweisungen des Meisters vor. Darin begehen wir einen großen Fehler, und deshalb machen wir nur sehr geringe Fortschritte. Wie können wir es lernen? Wenn wir hart arbeiten. Der Vater wird euch allen Gewinn geben: "Nehmt alles!" Wenn ihr aus eigener Kraft me­ditieren wollt, werdet ihr sehr wenig erreichen. Doch wenn Er euch als Seinen Sohn annimmt, dann werdet ihr alles erhalten, was Er hat.

Gut, das ist die Botschaft für heute. Nehmt sie euch zu Herzen und lebt danach. Wenn ihr in dieser liebevollen Erinnerung an euren Meister den Körper verlasst, dann müsst ihr nicht mehr in diese Welt zurückkehren. Nicht einmal Yama (der Todesen­gel) kann euch nahe kommen, er wird vor euch fliehen, wenn ihr die Namen Gottes wiederholt. Was sind diese geladenen Namen? Sie wurden vom Meister geladen. Der Meister ist nicht der physische Körper, denkt daran, sondern der Sohn Gottes. Ich habe diese Botschaft geschrieben, (die gerade vorgelesen wurde), um euch daran zu erinnern, was ich gesagt habe. Es ist von der intellektuellen Warte aus gesehen, doch es enthält mehr Wahrheit. Es ist direkt von Gott.

Gestern ging ich (zu den Feierlichkeiten), die in Erinnerung an Guru Gobind Singh abgehalten wurden. Als wir dort ankamen, lasen wir in den Sikh-Schriften. Ihnen gab ich mein Herz. Wer weiß, wer ich war und wer Er damals war? Der Meister ist immer derselbe. Die Meister sind alle eins, seht ihr, sie sind alle eins. Die Meister sind niemals zwei. Eine Glühbirne ist ausgebrannt und wird durch eine andere ersetzt – wenn sie ausgebrannt ist, wird sie wieder durch eine andere ersetzt, das ist alles. Das Licht ist eins. So werden wir heute ein Fest feiern in süßer Erinnerung an Christus.

"Werden wir während des Tages auch Satsang haben?"

Das, was ihr jetzt erhalten habt, ist mehr als Hunderte und Tausende von Satsangs, nicht wahr? Es ist die Essenz, der Kern, die Seele aller Lehren der Heiligen Schriften. Nachdem ich euch all das gesagt habe, vermisst ihr etwa noch irgend etwas?

"Vielleicht kannst Du uns einmal ein Fest bereiten und einen ganzen Tag lang Sat­sang halten? Einen Tag nur!"

Es ist schade, aber ihr habt jeden Tag allein durch die Ausstrahlung ein solches Fest, doch ihr erfreut euch nicht daran. Allein, dass Er Sein ganzes Leben auf Erden ist, ist ein ununterbrochenes Fest. Ein Schauspieler spielt in jeder Lebenslage, selbst wenn er isst. So strahlt der Meister immer Liebe aus. Sogar wenn Er ungehalten ist – (Er wird nie ungehalten) – strahlt Er dennoch Liebe aus.

Einmal geschah es, dass eine Frau zu meinem Meister kam, als er gerade sehr be­schäftigt war. Er wurde zwar nicht ärgerlich, doch .... Diese Frau kam zu ihm und verbeugte sich vor ihm. Er sagte: "Geh fort! Was soll das? Ich habe zu tun! Warte doch!" Und diese Frau sagte: "Das war schon alles, was ich wollte: eure Ausstrah­lung!" Seht ihr? Seine ganze Aufmerksamkeit war dabei, als er sagte: "Warte doch! Geh fort!" War es nicht seine gesammelte Aufmerksamkeit? "Das ist alles, was ich wollte. Ich danke dir!" So strahlt der Liebe aus, der das Leben in Ihm erhalten hat. Aber nur sehr wenige können dies wirklich schätzen, denn wie viele haben Liebe für den Meister....

Hafiz, ein großer Heiliger Persiens, beschrieb seinen Meister als eine Frau mit ro­ten Lippen. Er sagt: "Die härtesten Worte, die von diesen roten Lippen kommen, sind für mich die süßesten und gesegnetsten in der Welt!" Guru Arjan sagt uns: "So­gar wenn du mich bestrafst, ist es etwas Süßes für mich; es ist ein Beweis deiner Lie­be." Warum ist der Meister manchmal so streng? Er möchte euch die Lektion der Liebe lehren. Er möchte, dass ihr Ihm gleich werdet. Doch ihr zögert es hinaus, weil ihr keine Liebe zu Ihm habt. So nehmt euch diese Botschaft an diesem schönen Weihnachtstag zu Herzen und vergesst sie nie mehr, und ihr werdet rasch fortschrei­ten.

 

"Kannst du bitte noch etwas über Demut sagen, denn das wäre sehr notwendig für uns."

Man wird nur demütig, wenn man sieht, dass eine höhere Kraft wirkt, und wenn man erkennt, dass man nur eine Marionette in Seinen Händen ist. Wenn man sieht, dass ei­ne höhere Kraft über uns wirkt, und man ihr stets zu Diensten ist, was ist man dann? Dann ist man demütig. "Selig sind die Demütigen", heißt es in der Bibel, "denn sie werden das Königreich Gottes ererben!" Wenn kein Ego mehr vorhanden ist, dann bedeutet das Demut. Das Wort 'world' bedeutet Welt. Wenn man das ‚l’ daraus ent­fernt, bleibt 'word' übrig, was das Wort bedeutet. Das Wort ist Gott. Demut bedeu­tet also, das Ich aus eurem Inneren zu streichen. Ihr seid dann das personifizierte Wort. Diejenigen, die das Wort sind, welches Fleisch wurde, kommen von sich aus zu uns und wohnen unter uns, um uns auf den Weg zu führen. "Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns." Das ist das Brot des Lebens. Dieses Brot des Lebens kam vom Himmel herab, um auf der physischen Ebene gemeinsam mit euch zu ar­beiten. Doch Er ist der Sohn Gottes, nicht ein Menschensohn, das Wort im Men­schen, Gott im Menschen, versteht ihr? Wer auch immer daran teil hat, wird ewiges Leben erhalten.

Wie man es isst und trinkt, das habe ich euch an einem anderen Tag bereits erklärt. Durch Empfänglichkeit könnt ihr "Ihn essen und trinken", ihr könnt das süße Eli­xier Gottes in Ihm essen und trinken. Im Gurbani steht das auch. Zuerst nimmt Er die Gestalt eines Menschen an, und dann verbindet dieses offenbarte Wort in Ihm die anderen auch mit diesem Wort in Ihm. "Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns." Gott in Ihm ist der Meister. Wenn jemand behauptet, dass er ein Meister sei, dass er Gott sei, dann ist es nur ein sich-zur-Schau-stellen. Shabd ist der Meister, das Wort ist der Meister. Das Wort, welches Fleisch wurde, ist die kontrollierende Kraft. Sein Leben hat zwei Aspekte: als Menschensohn und als Gottessohn. Er ist das Sprachrohr Gottes, und wenn ihr zum Sprachrohr des Meisters werdet, dann spricht Gott in euch.

"Wie kommt es, Meister, dass wir das Vorrecht haben, bei Dir zu sein, wo doch Tausende Initiierte gern bei Dir wären?"

Das ist Gottes Gnade, sie kommt nicht von mir als Mensch. Es ist alles Seine Gnade. Er schenkt euch diese Gelegenheit. Du bist aus einem fernen Land gekommen und hast dafür viel Geld ausgegeben. Mit viel Liebe und Sehnsucht bist du hierhergekom­men, um ein oder zwei Monate hierzubleiben. Diejenigen, die immer hier sind, wis­sen es oft nicht zu schätzen. Einige gibt es, die es schätzen können, aber nicht viele. Manche sagen: "Die Gotteskraft wirkt hier!" Diese Hochachtung kommt nur aus ei­nem dankbaren Herzen. Es ist natürlich Seine Gnade.

Der menschliche Körper ist der höchste in der ganzen Schöpfung. Jeder Moment ist Millionen, Milliarden, ja Trillionen wert. Wenn wir uns Ihm jeden Moment unse­res Lebens zuwenden, machen wir den besten Gebrauch davon. Kabir sagt: "Selbst die Zeit, die man braucht, um einen Atemzug zu tun, ist mehr wert als die drei Wel­ten, die physische, astrale und kausale." Versteht ihr? Diese Wertschätzung erhebt sich nur aus einem dankbaren Herzen. Doch wie viele gibt es, die zum Meister gehen um Seinetwillen? Sehr wenige. Sehr wenige kommen zum Meister um des Meisters willen.

"Was bedeutet 'um des Meisters willen'?"

Ihr kommt zu Ihm, um Gott zu treffen. Stellt euch zum Beispiel einen Raum vor, der vier Ecken hat. In einer Ecke sitzt ein Mann, der Millionen Dollar besitzt, und der je­dem, der zu ihm kommt, Geld gibt. Die zweite Ecke dient nur der Heilung von Krankheiten; jeder, der krank dorthin geht, wird von ihm geheilt. In der dritten Ecke kann man übernatürliche Kräfte erlangen. In der vierten Ecke sitzt Gott selbst. Wie viele werden zu Gott gehen? Sehr wenige. Die Menschen kommen hier und auch da­nach nur wegen weltlicher Dinge, oder um geheilt zu werden oder um übernatürliche Kräfte zu erlangen. Wie viele gibt es, die zu Gott kommen um Gottes willen? Sehr wenige! Die Menschen gehen zum Meister nur wegen dieser drei Dinge – die meisten jedenfalls. Derjenige, der zu Ihm kommt um Seinetwillen, erhebt sich nach oben. Ihr seid also gesegnet, seht ihr. Gott hat euch von innen dorthin geführt, wo ihr Ihn tref­fen könnt, wo ihr eure wahre Chance des Lebens erhalten könnt, die niemals wie die weltlichen Verbindungen zerbrechen kann, die man nie mehr verspielen kann, die nie verloren geht.

Die, die den menschlichen Körper erhalten haben, haben das Geburtsrecht, Gott zu treffen. Wer an den Meister denkt, wer mit dem All-Bewusstsein in Verbindung kommt, wird bewusster werden. Wenn man an die materiellen Dinge denkt, in denen weniger Bewusstsein ist, wird sich euer Bewusstsein verringern. Ihr werdet auf eine niedrigere Stufe der Schöpfung zurückfallen. Deshalb ist es so wichtig, an Gott, an das All-Bewusstsein zu denken, damit man nicht in die niedrigen Lebensformen zu­rückkommen muss. Wenn man trotzdem (von Gott in die Welt) zurückgeschickt wird, ist das etwas anderes. So wie ich euch gestern erzählt habe, wird ihnen (den Meistern) der Auftrag gegeben: "Du bist mein Sohn, geh und führe diese Arbeit aus!"

Als ich das erste Mal in den Westen kam, sagten die Menschen dort zu mir: "Chri­stus ist der Größte!" "Das freut mich zu hören! Gibt es irgendeinen Beweis, dass er sagte, dass er der Größte sei?" "Ja, ja", er sagte: "Ich bin der Sohn Gottes, der Vater hat mich gesandt." Da zitierte ich ihnen einige Aussprüche von Guru Gobind Singh, Guru Arjan und von einigen anderen, die genau dasselbe sagten. Dann fragte ich sie, wie sie jetzt darüber denken. Sie sind alle Söhne Gottes, die eingeborenen Söhne Got­tes; sie sind Gott gleich.

Guru Gobind Singh wurde befohlen (in die Welt) zurückzukehren und er gab auch Hinweise auf sein vorheriges Leben. Sehr wenige Meister geben Hinweise darauf und sagen, dass sie an einem bestimmten Ort waren. Doch Guru Gobind Singh nannte den Ort. Er sagte: "Hier habe ich gelebt." (Ich habe diesen Ort gefunden, ich war dort.) Er berichtet: "Ich war so sehr in die süße Erinnerung an Gott vertieft, dass ich mich selbst vergaß. So wurde ich eins mit Ihm. Dann gab mir Gott die Anweisung, in die Welt zurückzugehen, und ich konnte es nicht wagen, Ihm das abzuschlagen, ob­wohl dort alles voller Segen und Glückseligkeit war. Doch Gott sagte: 'Geh!', und ich musste gehen!" Wenn man ihn fragte, warum er gekommen sei, sagte er: "Es ist eine Anweisung!" Er musste kommen. Er sagte (zu Gott): "Was soll ich tun? Du hast bereits so viele geschickt", und Gott antwortete ihm: "Schau her, alle, die vorher geschickt wurden, predigten ihren eigenen Namen mehr als meinen!" Versteht ihr? Das sind die Worte, die zu Guru Gobind Singh gesprochen wurden. Er berichtet: "Gott befahl es mir!", und als er auf die Erde kam, sagte er als allererstes: "Wer mich Gott nennt, wird in die Hölle gehen!" Versteht ihr? "Wer bin ich? Ich bin von Gott gesandt. Ich bin euer Sklave, der Sklave von euch allen. Denkt nicht ein klein wenig anders! Ich bin der Sohn Gottes und mir wurde befohlen, hierherzukommen und Seinen Namen zu verkünden, und nicht meinen." Er schärfte allen ein: "Wer auch immer mich Gott nennt, wird zur Hölle gehen!" Bei allen anderen, die zuvor gesandt wurden erinnern wir uns an sie und nicht an Gott: "Oh Rama, oh Krishna, oh Prophet Mohammed, usw." Ist das nicht ein großer Unterschied? Er kam, um die Menschen zu erwecken: "Ich bin Dein, oh Gott!"; so sagten alle: "Ich bin Dein, oh Gott!"

Diejenigen, die den heutigen Tag feiern, achten das nicht wirklich, was Christus tat. Sagte er nicht: "Wer mich liebt, liebt meine Gebote, und mein Vater, der mich gesandt hat, wird ihn lieben. Wenn er ihn liebt, werden wir uns beide – mein Vater und ich – sich ihm offenbaren!", erinnert ihr euch? Das könnt ihr in eurer Bibel le­sen. Lest eure Schriften und seht, was sie sagen. Alle Meister sagen dasselbe. "Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote! Die, die meine Gebote halten, werden von mir geliebt und von meinem Vater, der mich gesandt hat. Wenn mein Vater ihn liebt, werden der Vater und ich uns ihm in einer Erfahrung offenbaren." Seht ihr? Ich er­zählte euch nichts Neues, ich zitiere nur Christus.

Guru Gobind Singh kam also, um den wahren Aspekt des Lebens wiederzubele­ben. Erinnert euch an Gott und achtet jene, die Er sandte, die das Wort sind, das Fleisch wurde. Sie führen euch immer zu Gott. "Ich bin Dein, oh Herr! Ich bin Dein!" Jedesmal, wenn sich zwei Menschen treffen, erinnern sie sich an Ihn: "Ich bin Dein, oh Herr! Ich bin Dein, oh Herr! Mögen wir nach Deinem Willen eins werden."

"Kannst Du uns die Bedeutung Deines Namens, 'Kirpal Singh', erklären?"

Namen sind Namen.

"Aber hat es nicht eine Bedeutung? 'Singh' bedeutet doch etwas und 'Kirpal'...?"

'Kirpal' heißt "voller Barmherzigkeit".

"Und 'Singh'?"

'Singh' heißt "Löwe". Zusammen heißt es: "Löwe der Barmherzigkeit". So sind Sei­ne Wege voller Gnade. Er ist sehr strikt, denkt daran. Er hat eine stählerne Hand, doch Seine Handschuhe sind samtweich.