Botschaft zum Geburtstag Hazur Baba Sawan Singhs, von Sant Kirpal Singh, 10. Juli 1961

 

Hazur Baba Sawan SinghLiebe Kinder des Lichts,

zu diesem gesegneten Jahrestages anlässlich der Geburt meines Meisters Sawan Singh Ji Maharaj, sende ich euch allen meine Liebe und spreche zu euch aus tiefstem Herzen.

Wirklich gesegnet ist die Stunde, wenn das Zeitlose in die Zeit eintritt, das Formlose eine Form annimmt , und das Wortlose zum Wort wird; und dieses Wort eine menschliche Gestalt annimmt, um unter uns zu wohnen. Ihr (selbst) seid eigentlich dem Wesen und der Anlage nach das Zeitlose, Formlose und Wortlose. Das Wort ist in euch, und ihr lebt im Wort und durch das Wort; obwohl ihr momentan auf der Ebene der Sinne lebt und euch eurer wahren Identität nicht bewusst seid.

Einen Baum erkennt man an der Frucht, die er trägt. Gleichbedeutend, ob es spirituelle oder sonstige Vorträge, Botschaften, Abhandlungen und Reden sind, ob sie schriftlich oder mündlich übermittelt werden, sie sind nichts als leeres Gerede, wenn man nicht danach handelt oder lebt.

Werdet dem göttlichen Wort gerecht, dass das höchste Wort oder die Offenbarung der Wahrheit ist. Die Seele sehnt sich nach diesem Wort. Es ist die ewige Melodie, die seit Zeitaltern erklingt und das Phänomen, das "Universum" genannt wird, hervorgebracht hat.

Wenn man diese Melodie hört, erlangt ihr einen flüchtigen Blick auf Gott und den wahren Meister. Einige bekommen ein wenig, manche erhalten mehr, und andere noch mehr. Seelen, die in die Meisterkraft eingebettet sind, werden erleuchtet. Je empfänglicher die Seelen für die Meisterkraft sind, desto mehr Licht werden sie ausstrahlen.

Wenn ihr wirklich Gott lieben wollt und zwar auf ganz praktische Art und Weise, dann liebt eure Mitmenschen. Habt Mitgefühl für die anderen, so wie ihr es für eure Lieben habt. Anstatt Fehler in anderen zu sehen, schaut in euch selbst hinein; leidet mit den anderen mit, wenn sie leiden und freut euch, wenn andere glücklich sind. Ertragt geduldig und heiter alles, was auf euch zukommt und nehmt es als Seinen Willen an. Verletzt oder schadet keinem Seiner Geschöpfe. Gott zu lieben bedeutet, für Ihn zu leben und zu sterben.

Ich möchte die Saat der Liebe in eure Herzen legen, damit unter den Nationen, Glaubensrichtungen, Konfessionen und Gesellschaftsschichten dieser Welt die Liebe wächst. Alle Heiligen verkündeten dasselbe: "Liebt, und alle Dinge werden euch dazugegeben."

"Ohne Liebe gibt es keinen Frieden, weder hier noch im Jenseits."(Kabir)

"Wer die Liebe nicht kennt, kann Gott nicht erkennen." (Christus)

"Hört, ihr alle, ich sage euch die Wahrheit – ohne Liebe kann man Gott nicht erreichen." (Guru Gobind Singh)

Das Hauptziel meines Meisters war, die Menschheit zu der Wahrheit zu erwecken, die von allen Heiligen, die in der Vergangenheit kamen, gelehrt und verkündet wurde. Seine Aufgabe war es, in jedem Herzen die Göttlichkeit wachzurufen und jeden zum Ziel seines Lebens zu führen.

Wie die großen Meister der Vergangenheit, hat Er durch Sein lebendiges Beispiel die Menschen aller Rassen und Gesellschaftsschichten angezogen. Er erweckte in der Menschheit das Bewusstsein der grundlegenden und unantastbaren Einheit allen Lebens. Die ganze Menschheit ist eins. Wahre Brüderlichkeit entsteht, wenn man zu der Einheit erwacht, die bereits im Menschen besteht. Der Mensch ist ein beseelter Körper – die Seele ein bewusstes Wesen, ein Tropfen aus dem Meer allen Bewusstseins. Der Mensch existierte vor allem anderen. Die verschiedenen Gemeinschaften wurden vom Menschen geschaffen, um Gott zu erlangen. Mein Meister war nicht gekommen, um eine neue Religion zu gründen. Die Religion, die Er lehrte, ist das Wissen um das Selbst, und den Einen, der hinter allem steht. Das kann man erlangen, wenn man innen anklopft, sich nach innen wendet und das große Buch seiner selbst liest, in dem Gott offenbart wird. Das ist das Buch der Bücher, die Bibel aller Bibeln, die den Schlüssel zum Geheimnis des Lebens enthält. Der Weg zur Wahrheit ist einfach; er besteht darin, sich selbst zu erkennen, um Gott zu erkennen. Wenn man zum Bewusstsein des Selbst erwacht, fallen die äußeren Bindungen ab, und Gott überflutet die Seele.

Die einzigen Regeln, die Er (Baba Sawan Singh) vorgab, sofern überhaupt, waren Meditation, ein reines, ethisches Leben und selbstloser Dienst. Er verlangte nicht, dass man kein Christ, Hindu, Sikh, Mohammedaner oder Anhänger Zoroasters mehr ist, sondern, ein wahrer Schüler von Christus, Lord Krishna, Guru Nanak, dem Propheten Mohammed oder Zoroasters sein sollte und das bedeutet das zu tun, was sie sagten. Er verlangte von den Skeptikern der heutigen Zeit nicht, irgendein Dogma anzunehmen, sondern in einer Haltung der Demut auf Gott zu hören, der sich im Herzen aller (Menschen) widerspiegelt. Er riet allen, den Menschen von der Ebene der Seele aus zu sehen und jeden zu lieben, anstatt auf das Gewand der Religionen zu schauen, das die Menschen tragen. Er war nicht dafür, von einer Glaubensform zu einer anderen zu wechseln, sondern in sich selbst hineinzuschauen, denn dort sind alle eins. Er betonte, dass jeder ein ethisches Leben führen sollte, egal welcher Religion er angehört. Das sollte sein Leben wandeln. Er brachte uns nicht östliches oder westliches Gedankengut, nachdem wir handeln sollten, sondern half uns nach der grundlegenden Wahrheit zu leben, die wir bereits in allen unseren Religionen vorfinden. Er ließ die vergessene, ewige Wahrheit wieder aufleben.

Ein Beispiel ist besser als eine Vorschrift. Der Lehrer, den die heutige Zeit braucht, ist einer, der ein lebendiges Beispiel ist, was alle werden können. Den einzigen Lehrer, den wir akzeptieren können, ist einer, der Gott erfahren hat. Es muss einer sein, der ganz bewusst eine Brücke geschlagen hat zwischen Zeit und Ewigkeit und der auch anderen zeigen kann, wie sie es genauso tun können. Er befähigt uns, uns selbst zu erfahren. Durch Ihn wandelt sich unser Herz, und er hat die Kraft, Gnade zu übermitteln, Liebe zu entzünden und eine Verbindung mit dem Licht Gottes zu schenken. Er fließt über vor Liebe zu Gott und zur ganzen Schöpfung, und jene, die mit Ihm in Verbindung kommen, werden von derselben Liebe ergriffen. Die durch Ihn wirkende Gotteskraft erweckt Gott in den anderen.

Bücher können keinen Lehrer ersetzen. Solange man dem Lehrer nicht im Körper begegnet, kann man das Geheimnis des Selbst nicht ergründen. Was ein Mensch erreicht hat, kann auch ein anderer erreichen; natürlich mit der richtigen Führung und Hilfe. Ihr wurdet auf den Weg gestellt – einen Weg, der euch zum Göttlichen in euch führt. Ihr wurdet mit einer bewussten Verbindung, mit dem heiligen Licht und der Harmonie gesegnet, dem Leben und der Seele von allem, das existiert. Ihr könnt eure Anfangserfahrung der lebendigen Verbindung weiter entwickeln und so viel ihr wollt vermehren. Es hängt ganz von euch ab. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Bemüht euch ständig darum. Es ist die Essenz des Lebens und das höchste Geschenk auf Erden. Kümmert euch ganz sorgfältig und mit liebevoller Hingabe darum und lasst die Erfahrung so wachsen, damit ihr den Halt an der Rettungsschnur im stürmischen Meer des Lebens nicht wieder verliert.

"Erwacht, erhebt euch und ruht nicht, bis das Ziel erreicht ist" heißt die altehrwürdige Botschaft, die von oben kommt, so wie sie das seit Ewigkeiten tut; und ich wiederhole sie heute so nachdrücklich wie nur möglich. Schmiedet das Eisen, solange es heiß ist. Gottes Reich ist wirklich nahe, und die Gotteskraft ruft euch unüberhörbar zu sich. Nutzt die goldene Gelegenheit, die euch Gott gegeben hat; denn die menschliche Geburt ist ein seltenes Vorrecht, und der Mensch ist dreifach gesegnet. Macht das Beste daraus, solange noch Zeit ist. Lasst nicht zu, dass sich Uneinigkeit in euer Denken einschleicht und damit euren Fortschritt auf irgendeine Weise zerstört. Ihr seid die begünstigten Kinder des unbesiegbaren Lichts. Lebt nach dieser heiligen Wahrheit. Die Meisterkraft ist immer mit euch und wird euch alle Liebe und Gnade senden.

Wenn ihr nach den Lehren lebt, wird das ein Heilmittel für alles Unheil und alles Schlechte sein.

Mit herzlicher Liebe für euch alle, Kirpal Singh