Wir alle sind Liebende, Ergebene einer höheren Kraft, tausende von Liebenden, aber der Geliebte ist einer für alle. Er, nach dem wir uns sehnen, ist der Geliebte der ganzen Welt. Es gibt nicht einen speziellen Gott nur für Muslime, nur für Hindus, nur für Christen, Er ist der eine Gott für alle.

Sant Kirpal Singh

Aus dem Buch "Die Krone des Lebens" von Sant Kirpal Singh

 

Jesus Christus war eigentlich ein Mensch des Ostens und seine Lehren erfüllt von orientalischer Mystik. Es wird sogar vermutet, dass er viele seiner frühen Jahre (über die die Evangelien schweigen) in Indien verbrachte und auf seinen Wanderungen von einem Ort zum anderen viel von den Yogis und buddhistischen Mönchen lernte. Vielleicht hat er sogar bereits in Indien zu lehren begonnen und mag dort wegen seiner universalen Sichtweise einen Vorgeschmack von der Verfolgung durch den Brahmanen Orden und die so genannten höheren Gesellschaftskreise erhalten haben, denn er glaubte nicht an Standesbarrieren und lehrte, dass alle Menschen gleich sind.*
*vergl. Nicolas Notovitch "The unknown life of Christ", Indo-American Book Co. (Chicago) 1894

Seinen Beitrag zum religiösen Gedankengut der Welt kann man darin sehen, mit welchem Nachdruck er betonte, dass allumfassende Liebe notwendig sei und dass das Reich Gottes im Innern des Menschen liege – zwei Grundprinzipien, die den Alten bereits lange zuvor bekannt waren, die aber in der Praxis vergessen und ignoriert wurden.

Ihr sollt nicht glauben, dass ich gekommen bin
das Gesetz oder die Propheten aufzulösen;

ich bin nicht gekommen aufzulösen,
sondern zu erfüllen.
Mt 5,17

Lasst uns einige dementsprechende Aussagen betrachten, die zeigen, dass Jesus mit dem alten religiösen Gedankengut vertraut war und den Weg der Meister, den Weg des hörbaren Lebensstroms praktizierte, Aussagen die oft durch jene die heute seine Lehren studieren, ignoriert oder falsch ausgelegt werden.

Das Auge ist des Leibes Licht.
Wenn dein Auge einfältig ist,

so wird dein ganzer Körper voll Licht sein;

ist aber dein Auge ein Schalk,

so wird dein ganzer Körper finster sein.

Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist,
wie groß wird dann die Finsternis sein.

Mt 6,22-23

Ganz eindeutig bezieht sich "das Auge“ auf "das Einzelauge" und die Worte "wenn dein Auge einfältig ist", bedeuten konzentrierte Aufmerksamkeit im Innern, am Zentrum hinter und zwischen den beiden Augen. Die Worte "Wenn dein Auge ein Schalk ist", wiederum beziehen sich auf einen Zustand geistiger Zerstreuung im Äußeren, im Gegensatz zur Konzentration im Inneren – und die Folge davon wird ohne Zweifel "Finsternis" sein, eine Finsternis, die dadurch entsteht, weil man die wahren und wirklichen Werte des Lebens nicht kennt, denn das ist die größte Krankheit der Seele. Lukas spricht daher eine Warnung aus:

So achte darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.
Lk 2,35
                                                                 

Was ich euch sage in der Finsternis,
das redet im Licht und was ihr höret in das Ohr,

das predigt auf den Dächern.
Mt 10,27

Das sind die Ratschläge die Jesus seinen Jüngern, den wenigen Auserwählten gab – nämlich, den Menschen offen (im Licht) die Bedeutung von dem zu übermitteln, was sie in "der Dunkelheit", das heißt in ihrer geheimen Meditation gehört hatten und von der göttlichen Melodie zu berichten, die sie durch das transzendente Hören in ihrem Ohr vernommen hatten.

Mit den Ohren werdet ihr hören
und werdet es nicht verstehen;
Und mit sehenden Augen werdet ihr sehen,
und werdet es nicht erblicken.
Mt 13,14

Der Gedanke der hier übermittelt wird ist, dass die spirituelle Wissenschaft ihrem Wesen nach esoterisch ist, sie kann in den Tiefen der Seele, im Laboratorium des menschlichen Körpers erfahren werden und man kann sie nicht auf intellektueller Ebene, oder der Sinnesebene verstehen.

Matthäus erklärt weiter:

Wahrlich ich sage euch:
Viele Propheten und Gerechte

haben begehrt zu sehen was ihr seht,

und haben’s nicht gesehen,

und zu hören, was ihr hört

und haben’s nicht gehört.   

Mt 13, 17; Lk 10, 24

In klaren und unmissverständlichen Worten finden wir hier einen Hinweis auf die innere spirituelle Erfahrung und ein Erkennen des Königreichs des Lichts und der Harmonie, die ein wahrer Meister wie Jesus seinen Schülern offenbaren konnte. Wie andere Seher auch, gab Jesus seinen ernsthaften Schülern eine mystische Erfahrung. Zur Masse sprach er immer in Gleichnissen, so wie das vom Senfkorn, dem Feigenbaum, den zehn Jungfrauen usw., die in den Evangelien zahlreich zu finden sind.

In einem bildhaften Gleichnis erläutert er, wie das Wort in die Herzen des Menschen gesät wird und sagt uns, dass das Wort, das am Wegrand gesät wurde im allgemeinen von Satan aus dem Herzen gestohlen wird; dass das Wort, das auf steinigen Boden fällt, keine Wurzeln schlägt, es überdauert eine Weile, durch Leid und Verfolgung um des Wortes willen, wird es dann jedoch weggewaschen; dass das Wort, das zwischen Dornen gesät wurde, durch die Sorgen der Welt, Betrügereien und fleischliche Begierden erstickt wird, und schließlich, dass das Wort, das auf guten Boden gesät wurde, wie bei jenen, die das Wort hören und es annehmen, reiche Frucht trägt. (siehe Mk 4,14-20)

Der Weg den Jesus lehrte ist ein Weg der Selbstverleugnung und des sich Erhebens über das Körperbewusstseins, ein Prozess der gleichbedeutend ist mit der Erfahrung des Sterbens während des Lebens.

Und Jesus sprach zu seinen Jüngern:

Will mir jemand nachfolgen,
der verleugne sich selbst,
und nehme sein Kreuz auf sich,
und folge mir.
Denn wer sein Leben erhalten will,
der wird’s verlieren;
wer aber sein Leben verliert um meinetwillen,
der wird’s finden.
Was würde es dem Menschen helfen, würde er die ganze Welt gewinnen,
und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Oder was kann der Mensch geben,
damit er seine Seele wieder löse?
Mt 16,24-26

Das bedeutet, man muss dem inneren Menschen oder der Seele zuliebe den äußeren Menschen, der aus dem Fleisch und dem sinnlichen Gemüt besteht opfern, oder mit anderen Worten, das Sinnesleben gegen das Leben des Geistes tauschen. Nochmals, die Liebe zu Gott muss zum Wichtigsten im Leben werden.

Du sollst Gott, deinen Herrn lieben,
von ganzem Herzen, von ganzer Seele
und von ganzem Gemüte.
Mt 22,37

Markus geht noch weiter und fügt hinzu: "und mit all deiner Kraft."

Dies ist das vornehmste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.
Mt 22,37-40, Mk 12,30-31, Lk 10,27

Im Folgenden wird das Prinzip der Liebe noch erweitert:

Liebet eure Feinde;
segnet, die euch fluchen;
tut wohl denen, die euch hassen;
bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen.
Mt 5,44

Und warum all das? Um vollkommen zu werden wie Gott:

Darum sollt ihr vollkommen sein,
so wie eurer Vater im Himmel vollkommen ist.
Mt 5,48

Im Lukas Evangelium, Kapitel 3, heißt es, dass, "das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias in die Wüste kam,“ und während Johannes (der Täufer) die Taufe des Bereuens zur Vergebung der Sünden lehrte, sprach er zur verwunderten Menge: "Ich taufe euch mit Wasser, es kommt aber ein Mächtigerer nach mir… der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen."(Lk 3,2-3;16)

Besondere Beachtung sollten wir den Worten schenken "mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen", denn das eine bezieht sich auf die himmlische Musik (das heilige Wort) und das andere ist ein Symbol für das himmlische Licht und das sind die beiden Prinzipien von Licht und Ton, die erste Offenbarungen des Göttlichen Wesens oder der Gotteskraft, die hinter der gesamten Schöpfung steht.

Der Weg zum Königreich Gottes kann demjenigen geöffnet werden, der weiß wie man darum "bittet“, wie man danach "sucht“, und wie man "anklopft“ an das Tor. Mit diesen drei einfachen Worten ist in Matthäus 7 und Lukas 11 zusammengefasst, was der Sucher zu tun hat. Unglücklicherweise wissen wir bisher immer noch nicht wo sich das Tor befindet, an das wir anklopfen müssen.

Auch Guru Nanak erklärt nachdrücklich:

Oh ihr Blinden, ihr kennt nicht das Tor.

Matthäus sagt uns über dieses Tor:

Gehet ein durch die enge Pforte…
Denn die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal,
der zum Leben führt;
und nur wenige sind es, die ihn finden.
Mt 7,13-14

Es ist im Wesentlichen ein Weg des sich Umwandelns, denn niemand kann in das Königreich Gottes gelangen, solange er sich nicht gewandelt hat und wie ein kleines Kind wird (vergl. Matt. 18:3). Das bedeutet, dass er seine Eitelkeiten aufgibt und bescheiden, rein, einfach und unschuldig wird, wie ein kleines Kind. In Kapitel 18,15-17 geht Lukas näher auf dieses Thema ein, als die Jünger denen, die ihre Kinder mitgebracht hatten, Vorhaltungen machten. Jesus rief sie zu sich und sagte:

Lasset die kleinen Kinder zu mir kommen
und verwehrt es ihnen nicht;
denn jenen (die ein so reines Gemüt haben)
gehört das Königreich Gottes.
Wahrlich ich sage euch:
Wer nicht das Reich Gottes nimmt als ein Kind,
der wird nicht hineinkommen.

Bei Johannes, Kapitel 1, finden wir eine ausführliche Darstellung der Lehren Christi. Er beginnt sein Evangelium mit diesen denkwürdigen Worten, um deren innere Bedeutung sich nur wenige gekümmert haben:

Am Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott.
Dasselbe war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch es gemacht,
und ohne es ist nichts gemacht,
was gemacht ist.
In ihm war das Leben,
und das Leben war das Licht der Menschen .
Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat’s nicht begriffen.
Das war das wahrhaftige Licht,
das alle Menschen erleuchtet,
die in diese Welt kommen.
Es war in der Welt,
und die Welt ist durch dasselbe gemacht;
und die Welt kannte es nicht.
Und das Wort ward Fleisch,
und wohnte unter uns….
Joh 1,1-5;9,10 ; 14

Die oben angeführten Aussagen von Johannes lassen keinen Zweifel zu in Bezug auf die Natur des Wortes. Es ist ganz eindeutig das Licht und Leben der Welt, das schöpferische Lebensprinzip in dem wir leben, uns bewegen und unser Sein haben. Es ist der Geist Gottes, die wahre Essenz der Seele, die nun im gewaltigen Strudel der Welt und allem was weltlich ist verloren ging. Allein die Verbindung mit dem Geist weist den Weg zurück zu Gott und ist daher die wahre Religion. Diese Verbindung wird ganz unterschiedlich als zweite Geburt, Auferstehung oder Von neuem geboren werden bezeichnet. Jesus wandte sich an Nicodemus, einen Pharisäer und Führer der Juden und sagte:

Wahrlich, wahrlich ich sage dir:
Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde,
so kann er das Reich Gottes nicht sehen…
(beachten sie das Wort sehen)

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir:
Es sei denn, dass jemand geboren werde

aus Wasser und Geist,

so kann er nicht in das Reich Gottes eintreten…

(
beachten sie das Wort eintreten)
Wundert euch nicht,

dass ich euch gesagt habe:

Ihr müsst von neuem geboren werden.
Joh 3,3; 5; 7

Jesus verglich den, der aus dem Geist geboren ist, mit dem Wind, der "bläst, wo er will und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht von wo er kommt und wohin er fährt." (Joh. 3,8)

An anderer Stelle spricht er vom heiligen Wort als dem "lebendigen Wasser", dem Wasser, "das in das ewige Leben quillt". (Joh. 4,10;14)

Von sich selbst spricht Jesus als "das Brot des Lebens", als "dem lebendigen Brot" das vom Himmel kommt und fordert seine Jünger auf, "das Fleisch des Menschensohnes zu essen und sein Blut zu trinken", denn ohne das "habt ihr kein Leben in euch". (Joh. 6)

Das sind kurz zusammengefasst die wesentlichen Lehren des Christus, des Meister-Christen, aber nicht die des institutionellen Christentums. Die meisten der christlichen Lehrsätze wurden nicht von Jesus, sondern von Paulus formuliert, der Christus in das Opferlamm verwandelte, das für die Sünden der Welt zu büßen hat. Und um diese zentrale Idee, die dem Judentum und den im Mittelmehrraum verbreiteten Kulten entliehen war, bildeten sich unzählige Rituale und Zeremonien.

Die Lehren von Christus sind weiterhin ausgezeichnete moralische Vorschriften und zeigen zweifellos den Weg zu innerer Verwirklichung. Sie allein aber reichen nicht aus, um den Sucher auf den Weg der Verwirklichung zu stellen, denn ihnen fehlt der lebendige Impuls und die ausstrahlende Verbindung mit dem Lehrer, der zu seiner Zeit die Aufgabe, die ihm übertragen wurde erfüllte, der aber nicht heute die Menschen führen und die Wahrheit für sie Wirklichkeit werden lassen kann indem er ihnen die Wahrheit von Angesicht zu Angesicht zeigt.

Von all den mystischen Lehren Christi finden wir heute nur mehr das symbolische Anzünden von Kerzen in den Kirchen und das zeremonielle Läuten der Glocken zur Zeit des Gottesdienstes. Nur wenige, wenn überhaupt jemand, kennt den Sinn der hinter diesen Ritualen steht, die ein äußeres Symbol für die beiden Prinzipien von Licht und Ton sind, oder der ersten Offenbarung des Göttlichen, verantwortlich für alles was im Universum existiert, das Sichtbare sowie das Unsichtbare. Wenn man einige der großen kirchlichen Würdenträger danach fragt sagen sie, dass die Glocken nur geläutet werden, um die Menschen zum Gebet zu rufen; und von Gott als dem Vater des Lichts zu sprechen (Jakobus 1,17) sei nur ein bildhafter Ausdruck der Seine größten Geschenke symbolisiere (das Licht der Vernunft und des Verstandes). Sie haben kaum eine Erfahrung der inneren Wahrheiten und so nehmen sie die Aussagen wortwörtlich und versuchen die Dinge theoretisch zu erklären. Jesus selbst sagt in unzweideutigen Worten:

Ich bin das Licht der Welt;
wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben.
Joh. 8,12

Von sich selbst als "das Licht des Lebens" zu sprechen, kann sich nicht auf das Licht der Sonne beziehen, selbst wenn das Sonnenlicht in unserer physischen Welt eine Quelle lebensspendender Energie sein mag. In Matthäus 13,14 fährt Jesus fort den Standpunkt zu erläutern und warnt vor einer wortwörtlichen Auslegung seiner Aussagen, indem er eine Unterscheidung trifft zwischen "hören“ und "verstehen" und zwischen "sehen" und "erkennen".

Nur erwachte Seelen, die Meister der Wahrheit, die in lebendiger Verbindung mit der Wirklichkeit stehen und den Schlüssel zum Königreich des Geistes in Händen halten, können einen Menschen, der jetzt völlig im Sinnesleben verloren ist, hochziehen und für ihn das große Erbe allen Lebens und allen Lichts wiederentdecken. Denn dann heißt es:

Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan
und der Tauben Ohren geöffnet werden.
Alsdann wird der Lahme springen wie ein Hirsch,
und die Zunge des Stummen wird Lob singen.
Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen
und Ströme im dürren Lande. (Jesaia 35, 5-6)

Wie wenige von uns verstehen und würdigen wirklich die innere Bedeutung der Worte Jesu. Wir begnügen uns allein mit der ethischen Seite seiner Lehren, die natürlich eine notwendige Ergänzung zur spirituellen war. Die ethischen Grundsätze sind weit verbreitet und wurden sogar sehr lebendig erhalten, denn seit den Tagen von Moses stellen sie tatsächlich einen großen Fortschritt in der Skala menschlicher Werte dar. Sie allein erklären jedoch nicht Aussagen wie die über den "Tag des Jüngsten Gerichts" oder "Tut Buße, das Himmelreich ist nahe" oder "Gott ist Geist, und die die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." Würden derartige Aussagen wortwörtlich gesehen, würde man sie bedeutungslos machen. Der "Tag des Gerichts" ist nicht gekommen, obwohl sein Nahen prophezeit war, so hat entweder Jesus in Unwissenheit gesprochen, oder wir haben die wahre Bedeutung von dem, was er meinte, nicht verstanden. Hinter allem was er sagte, steht immer eine innere Bedeutung, die jenen klar ist, die dieselbe mystische Erfahrung gemacht haben, die aber jene verwirrt, die den Versuch machen, diese Dinge mit Begriffen des Verstandes oder der Intuition zu interpretieren.

Ohne eine direkte innere Schau zu haben (die nicht mit philosophischen Spekulationen oder intuitiver Einsicht zu verwechseln ist), versuchen wir die Bedeutung der Lehren auszulegen, die uns in Begriffen, die unserer begrenzten Erfahrung entsprechen, überliefert wurden. Was bildlich gemeint war nehmen wir wortwörtlich und die übersinnlichen Beschreibungen reduzieren wir auf bloße bildliche Darstellungen.

Wir vergessen leicht, dass Jesus nicht in seiner Eigenschaft als Sterblicher sprach, wenn er sagte, er sei "das Licht der Welt", "der Sohn Gottes" und einer, der seine Schüler selbst "bis ans Ende der Welt" weder verlassen noch versäumen werde, sondern wie alle anderen großen Meister, als einer der aufgegangen war im Wort und eins geworden war mit ihm. Indem wir das vergessen, anstatt ihm auf dem spirituellen Weg zu folgen, den er uns zeigte, betrachten wir ihn als einen Sündenbock, der unsere Sünden trägt, damit wir so der inneren spirituellen Herausforderung ausweichen können.